Weihnachtliche Leseliste

Dezember 04, 2016







Zunächst ein Mal das Wichtigste voran: Ich wünsche euch einen fabelhaften und schönen zweiten Advent! Umso passender sollte demnach auch dieser Post zur der immer festlicher werdenden Stimmung passen, in welchem ich euch gerne meine Vorhaben bezüglich winterlicher und auch weihnachtlicher Lektüren vorstellen möchte. Dieses Jahr hat mich das Bedürfnis gepackt, vor Weihnachten ordentlich in die Weihnachtsbücher-kiste zu greifen. Da dürfen natürlich die ein oder anderen Geschichten keineswegs fehlen.

Ganz vorne mit dabei ist demnach das Buch "Alle Weihnachtserzählungen" und die Erzählung "A Christmas Carol" von Charles Dickens. Die Erzählung taucht in meinen Büchern glaube ich des öfteren auf, aber ich kann und will auf diesen Klassiker, wie auch auf die besondere Stimmung in Charles Dickens Büchern keineswegs verzichten. Daher werde ich auch mit den kompletten Weihnachtserzählungen beginnen und mich dann vorarbeiten.
Da ich mir aber keine allzu strengen Grenzen und Abläufe setzen möchte werden anschließend alle weiteren Bücher in ganz zufälliger Reihenfolge folgen. Unter anderem dabei sind aber zum Beispiel die wunderschönen Christmas Classics aus dem Penguin Verlag. Derzeit befinden sich drei Bücher dieser Serie in meinem Besitz, nämlich "A Christmas Carol" (Überraschung...), "The Night Before Christmas" und "Christmas at Thompson Hall". Drei weitere Bücher kann man von dieser Reihe ergattern, diese bewahre ich mir aber glaube ich für nächstes Jahr auf.
Desweiteren sind noch zwei Sammelbände mit verschiedenen Geschichten auf meiner Liste gelandet. Diese Bücher habe ich mir vor einiger Zeit gebraucht zugelegt. Mit dabei: "Christmas Stories" aus dem Everyman´s Library Verlag und "Round The Christmas Fire - Festive Stories" von der Vintage Classics Reihe. Und sollte ich noch mehr Verlangen nach weiteren Weihnachtsgeschichten haben, werde ich mich zwischendurch den wunderbaren Ausgaben der Barnes & Noble Reihen zuwenden, die da wären "The Snow Queen and other winter tales" und "A Christmas Carol and other Christmas Stories".

Eigentlich wollte ich mich noch mit einigen Büchern der Weihnachtsreihe des Piper Verlags eindecken, da mir letztes Jahr das Buch "Weihnachten bei den Elchen" gut gefallen hat. Allerdings hat mir ein Blick auf meine diesjährige Liste die Vermutung nahegelegt, dass ich es vielleicht nicht schaffe, alles zu lesen, was ich mir vorgenommen habe. Demnach wird dies dann vielleicht noch spontan besorgt.

Alles in allem sticht also deutlich hervor, dass mich Charles Dickens dieses Jahr etwas stärker begleiten wird, als bisher und auch die englischen Bücher sind hier klar im Vorteil, was das Gleichgewicht zu meinen bisher gelesenen Büchern herstellen wird. Ich bin jedenfalls schon in den Startlöchern und werde aller spätestens (!) mitte Dezember mit meinen Weihnachtsbüchern beginnen.

Wie sehen eure Pläne aus? Habt ihr euch mit weihnachtlichen Büchern eingedeckt oder besteht eure Lektüre weiterhin aus allen möglichen Genres auf die ihr gerade Lust habt?





November

Dezember 03, 2016







Man kann es ruhig sagen. Der November war recht trüb und trist. Es wurde kälter und nasser und insgesamt etwas ungemütlich, wenn man aus der Haustür musste. Doch nicht nur der Regen war wieder einmal ein treuer Begleiter, sondern auch einige Lektüren. Sie haben mich gut durch den November gebracht und haben sich unter anderem als Favoriten entpuppt. Privat habe ich mich diesen Monat wohl am meisten über das besuchte Konzert der Band "Bastille" gefreut. Sie liefern einfach eine wirklich gute Show und lassen einen mit massenhaft Ohrwürmern zurück. Derzeit habe ich mit dem November also schon ganz gut abgeschlossen und freue mich wahnsinnig auf die (hoffentlich) stimmungvolle Weihnachtszeit. Meine Winter - / Weihnachtsleseliste steht bereits, näheres wird es vielleicht in einem separaten Post dazu geben.

Rezensiert wurde auch wieder fleißig. Wer Interesse an einem der Titel hat und gerne wissen möchte, wie mir die Bücher insgesamt gefallen haben, dem lege ich die folgenden Links natürlich sehr gerne ans Herz: Steve Silberman - Geniale Störung / Dimitri Verhulst - Die Unerwünschten / Amy Bloom - Zwischen hier und hier / Jenny Lawson - Irre glücklich / Janina Venn-Rosky - Liebe in Teedosen / Margaret Atwood - Die steinerne Matratze / Karl Ove Knausgard - Das Amerika der Seele / Giorgio Faletti - Die kleine Feder / B.J. Novak - Das Buch ohne Bilder / E.M. Forster - Die Maschine steht still 

Begonnen habe ich noch im November das geschichtlich sehr interessante Buch "The House of Ullstein" von Hermann Ullstein, natürlich aus dem Ullstein Verlag. Ich bin mittendrin, sicherlich wird aber auch bald eine Rezension folgen.

Zwar beginnt der Adventskalender ja erst ab Dezember, aber ich dachte ich packe alle interessanten Bücher- Adventkalender (online) der jeweiligen Verlage in diesen Post, da es Ende Dezember deutlich zu spät sein würde: Hanser / Randomhouse / Heyne / Piper / aufbau / Wer noch weitere kennt, kann die natürlich gerne per Kommentar da lassen, dann würde ich die Liste ergänzen.




Die Maschine steht still von E.M. Forster

November 30, 2016





(Original: "The Mashine Stops" / 1909) Übersetzer/in: Gregor Runge, 80 Seiten, gebunden, Leinen,  Einzelband, ★★★★() 4 bis 5 Sterne
Bibliografie auf der Verlagsseite (Hoffmann und Campe Verlag)»
"In E. M. Forsters Dystopie leben die Menschen in einer unterirdischen, abgekapselten Welt mit allem Komfort: Das ganze Leben ist durch die Dienstleistungen der »Maschine« perfekt geregelt. Die Menschen haben kein Bedürfnis mehr nach persönlichen Begegnungen, man kommuniziert nur über die Maschine, die über allem wacht. Ihr Handbuch ist zu einer Art Bibel geworden, die Menschen sind gefangen in ihrer absoluten Abhängigkeit von der Technik, die sie nicht mehr kontrollieren können. Doch nach und nach geht das Wissen, das hinter der Maschine steckt, verloren und das System wird anfällig für Pannen ... E. M. Forsters visionäres Werk wirft Fragen auf, die von großer Aktualität sind: Wie kann der Mensch seine Selbstbestimmung wahren gegenüber Maschinen, die immer stärker unser Leben bestimmen?"


MEINE MEINUNG | FAZIT 

"Die MASCHINE ist vieles, aber nicht alles. Obwohl ich auf dieser Scheibe etwas sehe, das dir ähnlich ist, sehe ich nicht dich. Obwohl ich durch den Fernsprecher etwas höre, das dir ähnlich ist, höre ich nicht dich. Deswegen will ich, dass du zu mir kommst.“  S.8

Mich erstaunt und verblüfft es immer wieder, wenn ich sehe, dass auch Erzählungen aus dem Jahr 1909 so zeitgemäß sein können und hinsichtlich der technischen Entwicklungsprozesse so vorausschauend waren. E.M. Forsters Erzählung erstreckt sich zwar nur über knapp achtzig Seiten, ist aber voll von zum Nachdenken anregenden Passagen, die einem allerdings auch aufgrund des Gedankens, dass dies noch zutreffen könnte, etwas Gänsehaut bescheren. Dystopische Romane sind ja schon seit einiger Zeit "der letzte Renner" orientieren sich aber eher an der Struktur der Gesellschaft und ihres selbstzerstörerischen Handelns. Forster greift dies natürlich auch auf, setzt es aber in den Kontext der Technik. "Die MASCHINE" dient hier als Hauptanker und ist das Konstrukt, welchem sich die Menschen selbst verschrieben haben. Ich fand es unfassbar gut gelungen, wie man diese Isolation, in der sich die Menschen befinden, spüren kann und sich gleichzeitig davor fürchtet, dass es sich der Umgang der Menschen tatsächlich so weiter entwickeln könnte. Wir kommunizieren ständig über Handy, Computer und deren ausgeklügelte Programme, die uns unser Gegenüber so realistisch und "nah" zeigen sollen, wie nur möglich. Daraus entsteht aber die Überlegung, warum man sich dann überhaupt noch von Angesicht zu Angesicht sehen sollte. Die Technik nimmt uns alle Schwierigkeiten ab. Kein lästiges Rumfahren mehr, keine Unpünktlichkeit. Alles kann durch einen Klick gesteuert, bekommen oder weggebracht werden. Selbst die Luft wird in den Räumen, in denen sich die Menschen befinden nur "aufgefrischt". Bereits diese Darstellung klingt sehr kalt und distanziert. Und auch die Protagonisten müssen sich mit dieser Erkenntnis auseinandersetzen.

"In jenen Tagen reiste man nur selten, denn aufgrund des Fortschritts sah die Erde überall gleich aus.“  S.19

Im Mittelpunkt stehen eine Mutter und ihr Sohn, welche eigentlich das klassische Handlungsmuster aufweisen. Der Sohn beginnt die "MASCHINE" zu hinterfragen, die Mutter hingegen fügt sich dem System. Trotz des bekannten Schemas, in welchem also beide Seiten vertreten sind, schafft Forster es, die Erzählung in ihrer Dramatik immer weiter zu treiben. Der Leser spürt zunehmend die "Bewegung", die sich in der Entwicklung und den Problemen des Systems auftun. Es geht um die immer stärker werdende Bequemlichkeit der Menschen. Sie hinterfragen nichts, beugen sich der ihnen vorgegebenen Vorschriften und verfallen in eine Art Wahn, die dafür sorgt, dass sie sich selbst ihren Untergang herbeirufen. Mich persönlich faszinieren solche Erzählungen immer wieder, besonders dann, wenn sie so früh verfasst wurden und man irgendwie nicht glauben kann, dass sich immer noch kaum etwas verändert hat, zumindest hinsichtlich der sehr naiven und leichtsinnigen Handlungsweise der Menschheit. Die Erzählung bringt einfach alles mit sich, was so eine dystopische Darstellung braucht und sorgt tatsächlich dafür, dass man sie gerne jedem unter die Nase reiben würde, damit sich vielleicht der ein oder andere verloren gegangene Bezug zur "realen Welt" retten lassen könnte. Auf den letzten Seiten kommt es quasi zum großen "Showdown", welcher mir beim ersten Lesegang noch einige Fragen aufgeworfen hat, welche aber dafür sorgen, dass man sich gerne näher mit der Erzählung beschäftigt und sich vielleicht auch eine zusätzliche Interpretation zurechtlegt.

"Zunächst beschwerte man sich hartnäckig, dann nahm man es hin, und schließlich war es vergessen. Alles  verkam, und niemand nahm Anstoß.“  S.68
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Eine kurze dystopische Erzählung, welche durch ihre geschickte, wenn auch nicht neue Art der Auslegung beider Seiten, sprich eine Seite die gegen die Entwicklung ist und eine die für diese ist, überzeugt. Erstaunlich wie nah die Zukunftsvision von Forster an gewisse bereits eingetroffene Fortschritte hinsichtlich der Technik übereinstimmt. Baut bis zum Schluss eine gekonnte Spannung auf und bietet reichlich Einblicke in eine sehr triste und auch angsteinflößende Zukunft, da die Isolation im Fokus steht und diese für den Menschen nie eine positive Entwicklung darstellt.


Das Amerika der Seele von Karl Ove Knausgård

November 28, 2016







(Original: "Sjelens Amerika" / 2013) Übersetzer/in: Paul Berf und Ulrich Sonnenberg, 496 Seiten, gebunden,  Einzelband, ★★★()☆ 3 bis 4 Sterne
Bibliografie auf der Verlagsseite (Luchterhand Verlag)»
"Warum schreiben, warum malen, warum fotografieren? Warum lesen, warum Gemälde betrachten, warum in Galerien gehen? Kann es dabei um etwas anderes gehen als um die großen Fragen des Lebens? Und was hat diese Auseinandersetzung mit dem alltäglichen Leben zu tun?
Das Amerika der Seele ist eine Sammlung von Texten, die einen weiten Bogen spannen: von der Gnade, die darin liegen kann, der Beerdigung des eigenen Vaters beizuwohnen, bis zur Bedeutung der Einsamkeit in den Bildern der US-amerikanischen Fotokünstlerin Francesca Woodman. Vom Massaker auf Utøya bis zu Knut Hamsuns missglücktem Meisterwerk »Mysterien«."


MEINE MEINUNG | FAZIT 

"Auch in uns gibt es etwas, was kontinuierlich entsteht und einstürzt und dessen Bewegungen niemals aufhören, solange wir leben: Gemeint sind die Gedanken.“  S.15

Normalerweise kann ich mich mit Essays ganz gut anfreunden und auch mit sehr philosophischen Texten beschäftige ich mich ganz gerne. Aber mit dieser Lektüre hatte ich so meine kleinen Schwierigkeiten. Vielleicht liegt es aber auch überwiegend daran, dass ich Karl Ove Knausgards restliche Werke nicht kenne und mich unabhängig von seiner Popularität als Autor nicht immer ganz mitreißen lassen konnte. Die ersten Essays begannen für mich ganz vielversprechend und auch zwischendurch gab es Kapitel, die mich gut unterhalten und hinsichtlich ihrer philosophischen Überlegungen ein wenig gefördert haben, allerdings gab es auch Kapitel mit denen ich wirklich nichts oder sehr wenig anfangen konnte. Da wäre zum einen sein wirklich sehr ausführlicher Essay und Namensträger des Bandes "Das Amerika der Seele", welcher sich mit einem Werk oder Werken des in Norwegen bekannten Schriftstellers Knut Hamsun befasst. Obwohl ich mich recht schnell für neue Lektüren oder Autoren begeistern lassen kann, hat mir Knausgards Essay tatsächlich ein wenig die Begeisterung für den Autor Hamsun entrissen. Diese lange Auslegung einzelner Passagen, ohne dass man (vielleicht speziell als deutscher Leser) weiß, wie relevant die Werke Hamsuns sind, lassen einen irgendwie abschalten und ich habe mich etwas anstrengen müssen dieses Kapitel überhaupt vollständig zu Ende zu lesen. Wiederum andere Kapitel konnten meine vollste Aufmerksamkeit erlangen, wie das Kapitel um den Amokläufer Anders Brevik oder aber auch die Schwierigkeiten, die sich aus den verschiedenen Übersetzungsmöglichkeiten der Bibel ergeben. Die Themen, sprich die Essays sind wunderbar vielfältig, sorgen aber auch dafür, dass man sich vielleicht nicht für alles gleichermaßen interessiert (zumindest zum jetzigen Zeitpunkt).

"Der Mond hat für sie alle geschienen. Vor Kurzen schaute ich zu ihm hoch, als ich auf dem Hof stand, und dachte, dass Dante denselben sah. Höhlenbewohner und Savannnenmenschen, Jäger und Sammler, Bauern und Waldleute. Die Ägypter, Griechen, Römer, Indianer. Meine Ahnen. Ich selbst mein Leben lang, mit drei, neun, achtzehn, siebenunddreißig. Jede Nacht hing er da oben, der Mond.“  S.171

Ein weiterer Punkt, der mir zunehmend in den Sinn kam, war tatsächlich die Diskrepanz die zwischen mir, als Nicht-Knausgard-Leser und seinem vielleicht sonst sehr beliebten Schreibstil herrschte. Dies bezieht sich vor allem auf Essays, die zwar lustig gemeint sein könnten (auch hier in Kombination mit gewissen philosophischen Aspekten), die bei mir aber einfach nur den Drang ausgelöst haben, dass ich das Kapitel übersprungen habe. Dies geschah bei dem Essay "Der braune Schwanz", in dem sich Knausgard tatsächlich über mehrere Seiten darüber auslässt, was das Ausscheiden des Essens bei dem Menschen zu bedeuten hat und wie Tiere diese Notwendigkeit verrichten. Mag dem ein oder anderen vielleicht interessant erscheinen, ich allerdings konnte getrost darüber hinweg blättern. Zum Ende hin haben mir die Essays dann wieder deutlich besser gefallen. Dort geht es unter anderem um das Selbstbildnis, welches Menschen von sich haben und warum der Drang nach der Selbstdarstellung überhaupt so prägnant zu sein scheint. Tatsächlich findet man also wirklich viele sinnvolle und auch wertvolle Ansätze in den Essays, die vielleicht den Lesern, die bereits Knausgards andere Werke kennen umso besser gefallen. Für mich war es eine bunte Mischung aus guten und für mich persönlich nicht zwangsläufig nützlichen Essays, welche aber sicherlich im Gesamten, lesenswerte Überlegungen an den Tag legen.

"So gern ich auch sagen würde, dass mir Bach, Brahms, Beethoven, Mozart oder Schönberg gefallen, ich kann es nicht. Solche Musik lasse ich zwischendurch laufen, aber sie sagt mir nichts, ich könnte ebenso gut auf dem Küchenboden sitzen und der Spülmaschine zuhören.“  S.307
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Achtzehn Essays, die thematisch unterschiedlich sind, sich aber stets an sehr philosophischen Grundgedanken orientieren. Der Fokus liegt deutlich und auch naheliegend, auf dem Menschen und seinen Stärken, Schwächen und seiner Psyche, aber auch auf vielen literarischen Bezügen. Einige Essays waren für mich eher entbehrlich, andere wiederum sehr lesenswert und wertvoll. Ein guter Ausgleich für viele Geschmäcker. Zusätzlich ist das Buch sicherlich etwas interessanter für alle, die sich bereits mit Knausgards anderen Werken beschäftigt haben.
























Vielen Dank an den Luchterhand Verlag für die Bereitstellung eines Rezenionsexemplars!

Neuerscheinungen Dezember

November 27, 2016





Heute ist der erste Advent und die Neuerscheinungen neigen sich zum Ende des Jahres immer stärker dem Ende zu. Meist erscheinen dann nur noch Bücher in Taschenbuchformat, die es bereits als gebundene Variante gibt. Nichtsdestotrotz habe ich noch einige interessante Bücher gefunden, die tatsächlich "neu" sind und einen näheren Blick wert sind. Ich persönlich finde es ja ganz praktisch, dass im Dezember kaum neue Bücher erscheinen, da man sich guten Gewissens auf die winterlichen Lektüren freuen und konzentrieren kann. Aber hier erst einmal die Neuerscheinungen für den Dezember. Wie immer gelangt ihr durch anklicken des Titels auf die jeweilige Verlagsseite.

Charisma von James Salter, berlin verlag, gebunden, 01. Dezember
In letzter Zeit haben es mir Erzählungen irgendwie angetan. Da ich von James Salter bisher tatsächlich noch nichts gelesen habe, musste der Sammelband mit seinen Stories definitiv auf meinen Merkzettel

Amerikanische Erfindungen von Rivka Galchen, Rowohlt, gebunden, 16. Dezember
Auch hier handelt es sich um Erzählungen. "«Amerikanische Erfindungen» verbinden Psychologie, Philosophie und Naturwissenschaften und führen ihre Protagonisten wie Leser immer wieder auf neues Terrain. So geht es, wenn man lernt, der eigenen Wahrnehmung nicht zu trauen." Grund genug das Buch vorzumerken. Hört sich nämlich ziemlich gut an.

Verbindlichkeit von Maximilian Probst, Rowohlt, gebunden, 16. Dezember
Man kann es nicht bestreiten. In der heutigen Zeit hält man sich kaum noch an Abmachungen, lässt sich alles irgendwie frei halten und lieber nicht durch die Lappen gehen. Aber eine Verbindlichkeit scheint immer mehr zu verwischen. An diese Entwicklung und deren Betrachtung wagt sich Probst mit seiner eigenen Sichtweise. Mich spricht das Thema wahnsinnig an, daher kam es auch auf den Merkzettel.

Melrose von Edward St. Aubyn, Piper, gebunden, 01. Dezember
Das Buch habe ich letzten Monat schon einmal vorgestellt. Leider erscheint es tatsächlich erst diesen Monat als gebundene Version, im letzten Monat gab es das Buch nur als e-Book zu erwerben. 

Haben schwarze Löcher keine Haare? von Stephen Hawking, Rowohlt, gebunden, 16. Dezember 
Wäre ich deutlich stärker im Fach der Mathematik, Physik, Chemie oder anderem hätte ich sicherlich gerne eine Karriere in diesem Bereich der Forschung eingeschlagen. Da dies leider absolut nicht der Fall ist, befasse ich mich wenigstens gerne in literarischer Hinsicht damit. So landet meist alles, was mit dem Universum zu tun hat auf meinem Merkzettel, wie auch dieses Büchlein, welches zwei Vorträge von Stephen Hawking beinhaltet.

Das Glück der fast perfekten Tage von Fioly Bocca, wunderlich, gebunden, 16. Dezember
Hört sich nach etwas fürs Herz an. Kann man immer mal gebrauchen, also wird es mal einige Zeit im Hinterkopf behalten, bis ich weiß, ob ich es wirklich lesen möchte.

Im ersten Licht des Morgens von Virginia Baily, Diana, Broschur, 12. Dezember
Auch hier habe ich das Gefühl, dass sich einige Gefühlsachterbahnen hinter dem Buch verstecken könnten. Zuerst wollte ich es unbedingt lesen, momentan ist es aber eher ein Wackelkandidat. Mal sehen, wie es sich in paar Wochen noch einmal damit verhält.

Das Jahr der wundersamen Begegnungen von Sarah Winman, Limes, gebunden, 12. Dezember
Den Roman "Als Gott ein Kaninchen war" habe ich von der Autorin vor einigen Jahren gelesen und fand es eigentlich ganz schön. Allerdings hatte ich nicht zwingend das Bedürfnis ihr neustes Buch sofort lesen zu wollen. Daher wird dies auch noch ein wenig darauf geprüft, ob ich es wirklich lesen möchte. Aber es klingt ganz interessant.



Das Buch ohne Bilder von B.J. Novak

November 26, 2016





(Original: "The Book with No Pictures" / 2014) Übersetzer/in: Oskar M. Delossa und mit beigelegter CD gelesen von Adnan Maral , 52 Seiten, gebunden,  Einzelband, ★★★() 3 bis 4 Sterne
Bibliografie auf der Verlagsseite (Blanvalet Verlag)»
Zusatzhomepage»

"Dieses Buch liest man nicht! Man liest es vor.  Sie werden sicher denken, dass ein Buch ohne Bilder langweilig und sehr ernst ist. Außer ... wenn das Buch so funktioniert: Alles, was in diesem Buch steht, MUSS vorgelesen werden. Selbst wenn da steht: BLORK oder BLuuRF. Selbst wenn es sich um ein absurdes Lied handelt, das davon erzählt, wie Sie einen Floh zum Frühstück verspeisen. Selbst wenn dieses Buch Sie dazu bringt, komische und peinliche Geräusche zu machen. Und vor allem – wenn Sie und Ihre Kinder nicht mehr aufhören können zu lachen!
Wunderbar schräg und total albern – "Das Buch ohne Bilder" gehört zu den Büchern, die Kinder immer wieder vorgelesen haben wollen und Eltern immer wieder gerne vorlesen. Sagen Sie nicht, wir hätten Sie nicht gewarnt – dieses Buch kennt kein Erbarmen!

Mit CD - gelesen von Adnan Maral. Gesamtspielzeit: 4:50 Min."


MEINE MEINUNG | FAZIT 

Bücher mit Bildern haben keine großen Schwierigkeiten uns zu begeistern. Besonders Kinder stürzen sich gerne auf Bilderbücher. Ein Buch ohne Bilder muss da also etwas ganz Besonders bieten, um die Aufmerksamkeit auf sich ziehen zu können. B.J. Novak hat ein Buch "geschrieben", welches auf den ersten Blick sehr einfach aussieht und es vielleicht auch ist, aber dennoch finde ich es sehr innovativ und auch kreativ. Er ist bekannt für seine ganz eigene Denkweise und seinen Umgang mit alltäglichen Situationen. So kann man auch davon ausgehen, dass es kaum möglich ist, von ihm ein Kinderbuch zu erwarten, welches ganz "normal" daherkommt. Das Buch ist mit seinen zweiundfünfzig Seiten recht kurz und fällt zudem durch die große Schrift auf. Man könnte zunächst annehmen, dass die Kürze ein Manko sei, aber ehrlich gesagt bin ich mir sicher, dass kleine Kinder diese Kürze umso mehr mögen, wenn der Inhalt richtig präsentiert wird.  

Das Buch fordert den Leser also dazu auf, dem jungen Zuhörer alles vorzulesen, was auf den Seiten steht. Sei es ein außergewöhnliches und nicht recht sinnvolles Lied, bestimmte Laute oder die Einschübe, die vermitteln sollen, dass der Vorleser selbst die Anweisungen absurd findet. Als ich das Buch für mich selbst gelesen habe (leider habe ich noch keine Kinder und konnte die Reaktion nicht direkt testen), musste ich tatsächlich oft lächeln und in mich hinein grinsen, weil man sich tatsächlich etwas blöd dabei vorkommt. Gewisse Sachen weiß man gar nicht lautlich zu interpretieren, was das Ganze aber wieder spannend macht. Denn ich bin mir sicher, dass Kinder dazu auffordern werden das Buch erneut vorzulesen und man kann dann ganz gut damit variieren, wie man es beim zweiten, dritten, vierten oder fünften Mal vorliest, da es zwar eine Richtung gibt, aber keine strikten Vorgaben. Die Laute kann man also immer wieder frei verändern und so das Kind mit anderen Geräuschen unterhalten.

Was die Reaktion der kleinen Leser angeht, kann ich wie gesagt nur aus eigener Betrachtung sprechen. Als ich klein war habe ich auch Bücher mit Bildern wahnsinnig geliebt und ich konnte sie mir stundenlang ansehen und darin blättern. Dieses Buch allerdings bietet den Vorteil, dass die Eltern aktiv daran teilhaben und die Kinder damit nicht einfach alleine lassen. So finde ich den Aspekt, dass gemeinsam Zeit verbracht und (höchstwahrscheinlich) gelacht wird vordergründig und positiv. Bei diesem Buch hätte ich meine Eltern damals sicherlich auch gebeten es mir mehrmals vorzulesen, einfach weil es eine wirklich unterhaltsame Sache ist. Allerdings kann es natürlich immer sein, dass jemand aus dieser Art des Buches herauswächst und sich lieber anderen Bucharten zuwendet, da sollte man individuell schauen, ob es für das Alter des Kindes noch interessant ist. Unabhängig davon, bin ich selbst aber auch ganz angetan von dem Buch und ich befinde mich auch nicht mehr im Kindesalter. Das liegt aber sicherlich auch daran, dass mir die zusätzliche CD gefällt, auf welcher das Buch ebenfalls vorgelesen wird (wobei mich rein äußerlich der aufgedruckte "Sticker" etwas stört, aber das nur am Rande). Ich kann einfach nicht mehr sagen, als dass ich das Buch unterhaltsam, sympathisch und durchaus gelungen finde, da ich mich für solche "anderen" Sachen einfach schnell begeistern kann.
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Ein Vorlesebuch der anderen Art. Keine Bilder, dafür umso mehr Potenzial für den Vorleser, das Geschriebene lebendig vorzutragen. Für kleine Kinder sicherlich eine tolle Sache, für ältere Kinder oder auch Erwachsene ist es dann davon abhängig, ob man sich für diese "kreative" Auslegung begeistern kann. Ich persönlich finde das Buch unterhaltsam, süß, innovativ und mit der beigelegten CD herrlich erfrischend.
























Vielen Dank an den Blanvalet Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!