Pompeji von Alberto Angela

Januar 19, 2017




(Original: "I tre giorni di Pompei" / 2013) Goldmann Verlag: Bibliografie auf der Verlagsseite» , Übersetzer/in: Elisabeth Liebl, 510 Seiten, gebunden,  Einzelband, ★★★★(☆) 4 bis 5 Sterne 

"Noch nie wurde das Leben in der antiken Stadt kurz vor dem Untergang so anschaulich und unmittelbar erzählt - Am 23. Oktober 79 n. Chr. feiert die illustre Gesellschaft Pompejis ein opulentes Fest. Der bebende Vesuv wird das bunte Treiben jäh beenden. Auf Basis neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse rekonstruiert der renommierte Wissenschaftsjournalist Alberto Angela in einem hochspannenden Countdown Stunde um Stunde den Untergang der Stadt, den eine Handvoll Menschen tatsächlich überlebte.
Alberto Angela führt durch belebte Gassen, in prächtige Salons, kleine Läden und an erst kürzlich versiegte Brunnen. Eine sinnliche Reise in die Welt der Antike, die tiefen Einblick gibt in das faszinierende Alltagsleben am Golf von Neapolis vor 2000 Jahren.“

MEINE MEINUNG | FAZIT 

"Das ist die erste Überraschung, die uns erwartet, wenn wir uns mit der Geografie jener Zeit beschäftigen: Zur Zeit Pompejis war der Vesuv tatsächlich nicht sichtbar. S.33

Pompejis Geschichte ist jedem bekannt. Es ist der tragischste Vulkanausbruch schlechthin. Aber wie viel wissen wir tatsächlich darüber und wie wahr sind in Bezug darauf die sämtlichen Darstellungen, die uns zum Beispiel die Filmindustrie bietet? Ehrlich gesagt dachte ich immer ich wüsste über Pompeji Bescheid, nicht zuletzt durch die zahlreichen Latein-Stunden in der Schule. Bisher hat sich in mir also nicht unbedingt das Bedürfnis bemerkbar gemacht, mich noch einmal mit der Geschichte zu befassen. Zudem wird das Ereignis in vielen Lehrbüchern eher "trocken" erläutert. Ganz anders verhält sich das aber mit diesem Buch. Alberto Angelo kreierte eine Geschichte, die sich zwar auf alle möglichen wissenschaftlichen Fakten bezieht, welche aber durch eine sehr lebhafte Erzählung, komplett überzeugen kann. Nicht nur ist das Geschriebene lesenswert, sondern auch die zahlreichen Abbildungen der Nachkonstruktionen sehr sehenswert. Kleines Manko hierbei: Die zwei Bildteile wurden genau zwischen die Kapitel gedruckt, sodass man sich entscheiden muss, ob man erst das Kapitel zu Ende liest, oder sich den Bildern widmet. Dennoch sind die Abbildungen an sich wirklich interessant und sehr anschaulich. Sie tragen dazu bei, dass man sich Angelas Beschreibungen noch detailgetreuer vorstellen kann. Zusätzlich wird nicht ausschließlich Pompeji erwähnt, sondern auch die Gebiete, die sich in unmittelbarer Nähe des Vulkans befanden.

"Geschäftsfrauen wie Rectina und Iulia sind keineswegs die Ausnahme, auch wenn dieses Thema von den Historikern gern vernachlässigt wird. Denn wir befinden uns in einer Zeit, in der Frauen, vielleicht zum ersten Mal in der westlichen Welt, eine bedeutende Stellung im Wirtschaftsleben innehaben.“  S.287f.

Wie der Autor hier vorgeht, ist ganz clever gelöst. Er setzt nicht plump in das Geschehen des Ausbruchs ein und positioniert dann dort herum seine Fakten, sondern er beginnt bereits etwa 53 Stunden vor dem Ausbruch. So lernt der Leser nicht nur die "zerstörte" Stadt kennen, sondern findet sich in dem pompejischen Leben wieder. Es fühlt sich tatsächlich wie ein kleiner Rundgang an, bei welchem man alle gängigen Konzepte der Stadt erforscht und sich so den Geschichten der Menschen nähert. Dabei treten das ein oder andere mal auch sehr verwunderliche Fakten auf, die ich bis dahin nicht kannte. Pompeji wird hier wirklich von allen Seiten beleuchtet, die positiven, wie auch die negativen Entwicklungen der Stadt sind ein zentraler Punkt. Auch die Beschreibungen der Menschen und deren Lebensstils werden gut und anschaulich dargelegt. Mich hat ein klein wenig verwundert, dass der Autor geschrieben hat, dass die Menschen grundsätzlich klein wären, die Männer wie auch die Frauen und kurz darauf öfters die Beschreibung bestimmter Figuren "er ist groß, schlank [...]" lautete. Grundsätzlich erschien mir aber alles sehr schlüssig und auch wissenschaftlich gut erklärt, zum Beispiel woran man das Datum des Ausbruchs festsetzt, wie die Leute versuchten zu fliehen, welche Möglichkeiten es überhaupt gab und tatsächlich auch, was das Leben in Pompeji überhaupt ausgemacht hat. Obwohl die Stadt ausgelöscht wurde, ist man erstaunt, was durch die Ausgrabungen alles offengelegt wurde und wie man das Leben rekonstruieren konnte. Besonders die traurigen Schicksale der Menschen, die nicht fliehen konnten, nehmen einen mit, auch wenn es an einigen Stellen viele hypothetische Aussagen sind. Mir gefiel zudem, dass sich "Rectina" als Protagonistin in die Handlung einbinden ließ und das Buch dadurch den leichten Hauch eines Romans angenommen hat.

"Merkwürdig ist das Ende von Fabius Rufius beziehungsweise einem seiner Sklaven. Er stirbt durch einen der pyroklastischen Ströme, während er die Treppen des Hauses hinaufläuft, um sich in Sicherheit zu bringen. Die Archäologen werden ihn auf der Treppe finden und einen Abguss machen. So ist eine verzweifelte Flucht der Nachwelt erhalten geblieben.  S.150

Detailgetreue und sehr intensive Darstellung des Vulkanausbruchs in Pompeji. Überzeugt durch einen frischen und angenehmen Erzählstil und hebt sich dadurch von gängigen Texten, die nur Fakten aufzählen deutlich ab. Man lernt zudem nicht nur viel über die zerstörte Stadt Pompeji kennen, nachdem sie von dem Vulkan ausgelöscht wurde, sondern auch über das alltägliche Leben der Pompejaner und dessen Lebensgewohnheiten; Sklavenhandel und politische Streitigkeiten nicht ausgeschlossen. Wirklich lesenswert, vor allem wenn man sich für mögliche Rekonstruktionen solche Ausgrabungsstätten interessiert. Wirkt durch zwei Bildteile zusätzlich lebhaft.


 Vielen Dank an den Goldmann Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!


Verbindlichkeit von Maximilian Probst

Januar 15, 2017








(Original: "-" / 2016) Rowohlt Verlag: Bibliografie auf der Verlagsseite», Übersetzer/in:-, 256 Seiten, gebunden,  Einzelband, ★★★(★) 3 bis 4 Sterne 

"Ein Plädoyer für eine unzeitgemäße Tugend. «Die Verbindlichkeit hat als Symbol den Handschlag. Hier hast du mein Wort, dass ich alles tun werde, was in meiner Macht steht, den Bund, den wir eingehen, zu halten. Aber es steht keineswegs alles in unserer Macht! Dass die Verbindlichkeit nicht mehr sozioökonomisch gedeckt ist, sondern jeder sie aus eigener Kraft aufrecht erhalten muss, bedeutet auch: Wir können ihr Scheitern nicht ausschließen. Wir müssen darauf hoffen, dass uns gelegentlich vergeben wird.
Das ist es, was sie zu einem Schlüsselbegriff unserer Zeit werden lässt: Sie weist jeglichen Fundamentalismus zurück.»
Wo lebe ich, welche Partnerschaft gehe ich ein, und was mache ich eigentlich heute Abend? In der Moderne gibt es immer Optionen, nirgends Schicksal. Es besteht keine gesellschaftliche Notwendigkeit mehr, sich auf irgendwas festzulegen. Jederzeit verfügbare Menschen sind beliebter, angesehener, erfolgreicher. Verbindliche Menschen gelten dagegen schnell als langweilig. Maximilian Probst zeigt in seinem Buch: Gerade jetzt, wo zu etwas zu stehen so schwer ist wie nie, erscheint uns gerade das wertvoller denn je. Er beschreibt, wo Verbindlichkeit und Verfügbarkeit sich unvereinbar gegenüberstehen, wie dieser Widerspruch sich auflösen und aufhalten lässt. Subtil, klug und poetisch nimmt er seinen Lesern die Angst, etwas zu verpassen.“



MEINE MEINUNG | FAZIT 

"Verbindlichkeit meint, das ist die These dieses Buches, den Weg vom Ich zum Wir. S.8

Dieses Buch hat in mir zum Ende hin einen vollkommenen Zwiespalt ausgelöst. Vielleicht auch, weil es auch mit dem Zwiespalt der Angelegenheit um die Verbindlichkeit spielt. Soll man sich binden? Kann man sich überhaupt noch binden? Wie äußern sich die positiven und negativen Anhaltspunkte? Man kann nicht leugnen, dass Maximilian Probst einen sehr wichtigen und wesentlichen Teil der heutigen Gesellschaft beleuchtet. Heutzutage wird scheinbar immer weniger Wert auf die Verbindlichkeit gelegt. Alles lebt schneller, Optionen stehen an jeder Ecke bereit. Sei es in Hinblick auf die beste Party, den besten Freundeskreis oder generell die Möglichkeiten, die uns dank des Internets offen stehen. Wo bleibt da noch Zeit und überhaupt die Lust jemandem gegenüber fest zuzusagen? Ja, das Thema an sich ist wirklich aktuell und auch interessant. Auch die grundlegende Art und Weise wie Probst mit vielen Elementen der Verbindlichkeit spielt, hat mir größtenteils zugesagt. Allerdings hatte ich auch das Gefühl, dass durch das viele "spielen" am Ende doch einiges verloren geht oder sich zumindest so stark vermischt, dass der Leser ein wenig ratlos zurückbleibt. Man kann die einzelnen Aspekte des Autors gut nachempfinden. Dazu sind die einzelnen, übersichtlichen Kapitel hilfreich. Auch die recht vielen literarischen Verweise vieler wichtiger Passagen dienen meist zum besseren Verständnis. Allerdings war es für mich an einigen Stellen zu sprunghaft. Es wurde gezielt auf die Verbindlichkeit in allen möglichen Lebensbereichen eingegangen, sei es privat, politisch oder ökonomisch und plötzlich kommt ein Einblick in das Leben des Autors, was entfernt etwas damit zu tun hat, was einen aber ansonsten abrupt komplett aus dem eigentlichen Rahmen schmeißt. Diese Auflockerung war zu Beginn ganz erfrischend, zum Ende hin aber wie gesagt etwas zu konstruiert. Dadurch dass mir dann zeitweise einige Aussagen unsympathisch waren, hat sich mein guter Gesamteindruck ein klein wenig gedämpft.

"Es gibt demnach zwei Formen der Verbindlichkeit. Die eine beruht auf einem Vertrag, die andere auf Vertrauen. Und die Moderne ist der Prozess, in dem die Vertrauensverhältnisse zunehmend in Vertragsverhältnisse umgeschmiedet werden.“  S.87

Mir gefiel hingegen das Thematisieren der eigentlichen "Tugend" ganz gut. Ich denke in der heutigen Zeit sollte man sich im klaren sein, dass, wie der Autor auch zum Ausdruck bringt, an der Verbindlichkeit mehr hängt, als nur man selbst. Verbindlichkeit ist immer mit Verantwortung verknüpft, welche die Menschen nicht bereit sind oder bereit sein wollen, einzugehen. Folglich weiß man nicht auf wen man sich verlassen kann. Probst schafft es hier ganz gut, dieses Gefühl zu transportieren. Dass man sich darauf besinnen sollte, dass eine Welt ohne Verbindlichkeit nicht funktionieren kann. Gewisse grundlegende Gegebenheiten für ein funktionierendes Miteinander würden nicht mehr möglich sein. Es ist tatsächlich mal ganz gut, diese Überlegungen in Form eines solchen "Essays" zu lesen, denn man verspürt tatsächlich wieder das Bedürfnis zuverlässiger gegenüber seinen Freunden und Mitmenschen zu sein. Schließlich wünscht man sich dies auch von anderen. Um diese Punkte zu verdeutlichen, greift Probst auch ganz gute Alltagssituationen auf. Zeitweise war ich etwas unschlüssig, ob der Autor damit nicht nur seine eigenen Angelegenheiten aufarbeiten will, das letzte Kapitel gibt da aber etwas aufschlussreiche Informationen preis, die das Buch noch einmal in eine ganz andere Richtung lenken. Durch diesen "Trick" fand ich mich zunächst etwas überrumpelt und empfand es als schlechte Herangehensweise. Mit der Zeit aber zeigte mir das letzte Kapitel noch einmal ganz gut auf, was die "Verbindlichkeit" bewirken kann, wenn sie fehlt oder eben vorhanden ist. So gesehen, ist das Buch nicht nur ein interessanter Essay, sondern auch ein kleines Leseexperiment.

"Aber dieser Mensch, der keinerlei Willen hat, sich zu binden - womöglich gibt es ihn gar nicht. Wer könnte in einer totalen Unverbindlichkeit leben? In einer reinen Punktualität stets offener Optionen? Niemand. Eher noch bindet sich der Mensch ans Nichts, als sich nicht zu binden.  S.133

Anschauliche Darstellung der heutigen Gesellschaft hinsichtlich ihrer Einstellung zur Verbindlichkeit, sei es privat oder politisch. Sorgt für genügend Denkanstöße und regt dazu an, über seine eigenen Verbindlichkeitsvorstellungen nachzudenken. Durch gezielte "Spielereien" entpuppt sich der Essay als kleines Experiment, wodurch man das einhalten oder wegfallen einer Verbindlichkeit, die man als gegeben annimmt, zum Teil selbst auf ihre Wichtigkeit prüfen muss.




























Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

Briefe schreiben

Januar 13, 2017















"Briefe gehören unter die wichtigsten Denkmäler, die der einzelne Mensch hinterlassen kann. Der Brief ist eine Art Selbstgespräch". - Johann Wolfgang von Goethe 

Briefe zu schreiben, mit Tinte und Füller oder sei es gar nur mit Kugelschreiber, wird immer seltener. Dabei finde ich, hat es einen ganz wunderbaren und einen ganz eigenen Charme. Immer wieder schlich ich um verschiedene Kalligraphie-Stifte und das passende Zubehör und dachte mir dann doch:"Wozu? Irgendwie schreibt man doch sowieso kaum noch Briefe, es sei denn sie sind für die Versicherung etc." Und selbst da wählt man den bequemen und formellen Weg und druckt die Formulare gegebenenfalls schnell aus.

Dennoch kam ich nie ganz davon weg. Ganz zu schweigen von den vielen Büchern, die vom Briefe schreiben und Briefe bekommen erzählen. Liebesbriefe in den verschiedensten Formen und Längen, Briefe, die einen berühren und die genau dadurch, dass sie handgeschrieben sind, umso mehr Gefühl transportieren. Man nimmt jeden Schlenker wahr, der Text drückt durch die eigene Handschrift eine gewisse Identität aus. Und auch in meiner letzten Lektüre sehnte sich eine Protagonistin nach handgeschriebenen Briefen. Für mich werden solche Liebesbriefe oder seien es auch nur "normale" Briefe eine wohlwollende Faszination ausüben. Ich kann mich noch daran erinnern, als es "in" war einen Brieffreund zu haben. Das waren noch die Anfänge des Internets. Da hat man sich tatsächlich dort dazu verabredet, um sich anschließend durch Briefen auszutauschen. Man hat sich immer gefreut, wenn ein neuer Brief im Briefkasten lag und es war, ist und wird auch immer ein ganz anderes Gefühl ausstrahlen, als die E-Mails, die man in seinem Postfach findet (mal ganz abgesehen von den netten Spam-Mails).

Daher habe ich mich schließlich und endlich, doch mit einigen anfänglichen Schreibutensilien eingedeckt. Dazu gehört natürlich ein Kalligraphiestift mit zwei auswechselbaren Minen. Eine ist wunderbar auf "alt" gemacht und wurde durch Shakespeares Abbild ergänzt. Die zweite ist spielerisch aufgebaut und besteht aus einer, mit dem Zeigefinger schreibenden, Hand. Da die Tinte dadurch natürlich nicht in dem Inneren des Stiftes steckt, darf ein Fläschchen blauer Tinte nicht fehlen. Allein schon die "Schreibgeräte" zu testen löst Glücksgefühle in mir aus. Natürlich muss man sich erst wieder an diese Art gewöhnen, aber mit der Zeit macht es umso mehr Spaß (außerdem erinnert es mich sogar etwas an Harry Potter...). Man muss natürlich bedenken, dass man etwas mehr Zeit investieren muss, da man wie gesagt, den Stift immer wieder eintunken muss und die Tinte etwas länger trocknen sollte. Allerdings ist das Schreibgefühl ein ganz anderes. Mir persönlich macht es Spaß und ich denke, ich werde in Zukunft versuchen, einige Briefwechsel wieder aufleben zu lassen. 

Bücher, die Briefe thematisieren oder eine Ansammlung dieser sind:

Schreibt ihr noch Briefe? Würdet ihr wieder Briefe schreiben, wenn ihr wüsstet, dass ihr auch welche zurückbekommt? Ist euch diese Art des Schreibens zu aufwenidg geworden oder könnt ihr auch noch eine gewisse Vorliebe dafür finden? 



Neues Jahr, neue Bücher

Januar 09, 2017




Weihnachten ist mittlerweile schon über zwei Wochen vorüber. Dank einiger Gutscheine oder direkter Buchgeschenke, hat sich einiges an neuer Literatur angesammelt. Da die gängigen Neuzugänge Beitrage derzeit bei mir pausieren, wollte ich euch wenigstens diese kleine Sammlung nicht vorenthalten. Insgesamt werden mich nun also bereits elf neue Lektüren im Jahr 2017 begleiten.

Five Novels von Charles Dickens A Christmas Carol ist eine meiner liebsten Erzählungen, da liegt es also nicht fern, dass sich mein Interesse für Charles Dickens´ andere Geschichten zu Wort meldet. In diesem Band sind insgesamt fünf Erzählungen enthalten; Great Expectations, Oliver Twist, A Tale of Two Cities, David Copperfield und tatsächlich noch einmal A Christmas Carol.

Sternstunden der Menschheit von Stefan Zweig Lange habe ich überlegt, ob ich mir diese Vorzugsausgabe gönnen soll. Diese Variante ist auf 120 Stück begrenzt gewesen und enthält zusätzlich zu den Erzählungen von Stefan Zweig noch eine Originalgraphik, welche vom Illustrator signiert und nummeriert wurde. Laut Angabe sollte auch ein Schuber enthalten sein. Tatsächlich gab es ihn, allerdings war ich bei dem Preis etwas von der Aufmachung enttäuscht. Daher habe ich kurzerhand selbst etwas gebastelt und zumindest das Buchcover ausgeschnitten und vorne draufgeklebt. Was die Erzählungen angeht werde ich sicherlich nicht enttäuscht werden. Beide Erzählungen die ich bisher von Stefan Zweig gelesen habe, haben mich überzeugen können, so dass das Buch sicherlich nicht lange ungelesen bleiben wird.

Die Apokalypse von Kurt Steinmann (Übersetzer) Was soll ich sagen. Auch hier waren die Illustrationen, die Aufmachung und die "neue Übersetzung" daran schuld, dass ich das Buch gekauft habe. Obwohl ich mit der Bibel an sich recht wenig anfangen kann, wurde mein Interesse bei diesem Werk doch sehr stark geweckt. 

Persuasion und Sense & Sensibility von Jane Austen Diese wunderschönen Ausgaben werde ich sicherlich auch bald lesen. "Pride & Prejudice" habe ich vor gefühlt einem Jahr bereits angefangen und ich bin auch fast zum Ende gekommen, allerdings haben sich dann mehr Bücher zwischendurch eingeschlichen als gedacht. Daher werde ich die Romane von Jane Austen gerne noch einmal lesen. Hach, solche Geschenke unter dem Weihnachtsbaum zu finden ist immer wieder etwas Schönes...

Das hündische Herz von Michail Bulgakow Gelesen habe ich diese Geschichte zwar schon dank meines Studiums, aber damals eben nur als kopierte Seitenfassung. Diese Ausgabe ist einfach so schön gestaltet, dass ich ebenfalls nicht widerstehen konnte. Zudem ist es ein Buch, welches mir damals schon sehr gut gefallen hat und welches ich gerne noch einmal lesen werde. 

Jane Eyre von Charlotte Bronte Ein Klassiker schlechthin, den ich tatsächlich bisher noch nicht gelesen habe. Bei der Anzahl von schönen Gestaltungen kann man sich kaum entscheiden. Ich bin aber zufällig über diese Ausgabe gestolpert und hab sie spontan mitgenommen. Wobei ich sagen muss, dass sich die Editionen aus dem dtv Verlag bestimmt auch irgendwann bei mir einfinden werden.

Romeo & Juliet von William Shakespeare und Selected Poems of Emily Dickinson Auch hier gehören die Bücher zu der Reihe, aus welcher auch Charles Dickens und die beiden Jane Austen Bücher gehören. Romeo und Julia habe ich ebenfalls schon einmal gelesen, da es aber so kurz ist, schadet es ja nicht, es noch einmal zu versuchen. Die Gedichte von Emily Dickinson interessieren mich hingegen schon wirklich sehr lange, daher wollte ich mal "reinschnuppern". Sollten sie mir zusagen, werde ich mir vielleicht noch ausführlichere Bände zulegen.

Do Androids Dream of Electric Sheep? von Philip K. Dick Dank meiner Schwester komme ich immer mal wieder dazu, Bücher zu lesen, die ich normalerweise übersehe. Philip K. Dick war mir bisher nur ein Begriff aufgrund seines Buches "The Man in The High Castle". Jetzt werde ich mich bald diesem Buch zuwenden, welches sich allein schon aufgrund seines Namens interessant anhört.

The little world of Liz Climo von Liz Climo Herrlich amüsant ist dieses kleine Büchlein. Auch dieses durfte dank meiner Schwester einziehen. Es musste auch nicht lange darauf warten gelesen zu werden. Bereits am ersten Weihnachtstag habe ich die Zeichnungen verschlungen. Es sind eigentlich ganz simple Tierillustrationen, die durch ganz lustige Aussagen ergänzt werden, aber irgendwie sind sie was Besonderes. Sie stellen Alltagssituationen dar, die Menschen nur zu gut kennen, die aber durch die Tierdarstellungen an besonderen Reiz gewinnen. Einfach nur wahnsinnig unterhaltsam!

Habt auch ihr, dank Weihnachtszuschüsse oder Geschenke, besondere Ausgaben ergattert? Welche Ausgabeart bevorzugt ihr?






A Monster Calls von Patrick Ness

Januar 08, 2017








(Original: "-" / 2011) basiert auf der Vorlage von Siobhan Dowd, mit Illustrationen von Jim Kay, Candlewick Press (Verlag): Bibliografie auf der Verlagsseite», Übersetzer/in: - , 206 Seiten, gebunden,  Einzelband, Englisch ★★★★★ 5 Sterne 

Das Monster zeigt sich nach Mitternacht. Wie sie es immer tun. Aber dieses Monster ist nicht jenes, welches er erwartet hat. Es ist nicht das aus seinem wiederkehrenden Albtraum. Der Albtraum, der seit den Behandlungen seiner Mutter jede Nacht auf ihn wartet - mit der Dunkelheit, dem Wind und dem Geschrei, welches er fürchtet. Dieses Monster, welches kommt, ist anders. Etwas Uraltes, etwas Wildes. Und es will die gefährlichste Sache von Conor: Es will die Wahrheit hören.


MEINE MEINUNG | FAZIT 


"´It´s only a dream, ´ he said again.

          ´But what is a dream, Conor O´Malley?´ the monster said, bending down so its face was close 
           to Conor´s. ´Who is to say that is is not everything else that is the dream?´
 
S.30

Allein schon die eigentliche Vorgeschichte der Entstehung des Buches lässt mich sentimental werden. Denn Patrick Ness führt hier die Idee der Schriftstellerin Siobhan Dowd weiter, die unglücklicherweise viel zu früh aus dem Leben gerissen wurde. Umso berührender ist es, zu sehen, was Patrick Ness daraus geschaffen hat und wie viel Emotionen in dem Jugendbuch wiederzufinden sind. Normalerweise rechnet man bei Jugendbüchern nämlich mit einer etwas platten Herangehensweise und den gängigen Stereotypen. Hier allerdings findet sich davon kaum etwas wieder. Platt ist die Handlung keineswegs. Zwar sind mir an der ein oder anderen Stelle die jeweiligen Szenen etwas "kurz", so dass man ab und dann durch die Erzählung "huscht", dies wird aber durch die drei haupttragenden "Stories" des Monsters ausgeglichen. Diese Geschichten bilden den Fokus der Botschaften. Und ich muss ganz ehrlich sagen, dass mir nicht nur die Geschichten an sich wahnsinnig gut gefallen, sondern eben auch ihre Art. Die Sprache, welches das Monster verwendet passt perfekt zu ihm. Wie im Klappentext auch angedeutet, hat es einen etwas "älteren" Klang, ein wenig poetisch, spannungsgeladen und dazu auch noch weise. Hier passte für mich wirklich alles zusammen. Die Figur bleibt bis zum Schluss authentisch und hebt die Geschichte auf ein ernsteres Level.

"´Stories are the wildest things of all´, the monster rumbled. ´Stories chase and bite and hunt.´“  S.35

Die Figur des Conor O´Malley fand ich im Buch etwas undeutlich. Mit der Zeit und vor allem zum Ende hin wird er perfekt in die Handlung eingebaut und verkörpert auch all die Dinge, die für die Botschaften entscheidend sind. Allerdings fand ich die Passagen in der Schule anfangs etwas "Alibi-mäßig". Sie füllen zunächst nur die Lücken, obwohl sie einen entscheidenden Wert für die Figur von Conor haben. Da hätte ich mir etwas detailliertere Reflexionen gewünscht. Nichtsdestotrotz hat dies für mich keinen "Schaden" an dem Gesamteindruck genommen. Grundsätzlich zeigt die Darstellungsweise nämlich ganz gut auf, was Conors Sehnsüchte sind und womit er zu kämpfen hat. Die Geschichte funktioniert vor allem durch die gefühlvollen Dialoge und die (metaphorische) Umsetzung des Monsters. Sein Übriges erledigen auch die Illustrationen von Jim Kay, welche dem Ganzen einen etwas schaurigen Eindruck vermitteln, welche die Geschichte aber umso atmosphärischer darstellen. Für mich ist es einfach ein wunderschönes Buch mit so vielen, wichtigen Aussagen. Anfangs noch etwas zurückhaltend, wird man in den letzten Kapiteln so mitgezogen, dass man einige Gefühle nicht zurückhalten kann.

"´Your mind will believe comforting lies while also knowing the painful truth that makes those lies necessary. And your mind will punish you for believing both.´  S.191

Eines meiner liebsten Jugendbücher. Sehr gefühlvoll und voller weiser Worte. Das Konzept ist für mich stimmig und in Anbetracht der "Zusammenarbeit" von Patrick Ness und Siobhan Dowd zusätzlich rührend. Die Geschichte ist nicht unbedingt freudig, thematisiert aber dafür umso schöner die Hindernisse und schwierigen Zeiten, die auch Kinder durchleben müssen und wie sie damit einigermaßen versuchen umzugehen.






Amerikanische Erfindungen von Rivka Galchen

Januar 06, 2017









(Original: "American Innovations" / 2014) Rowohlt Verlag: Bibliografie auf der Verlagsseite», Übersetzer/in: Grete Osterwald und Thomas Überhoff, 205 Seiten, gebunden,  Einzelband, ★★★★★ 5 Sterne 

"Die Erzählungen der kanadisch-amerikanischen Autorin Rivka Galchen, «Amerikanische Erfindungen» verbinden Psychologie, Philosophie und Naturwissenschaften und führen ihre Protagonisten wie Leser immer wieder auf neues Terrain. So geht es, wenn man lernt, der eigenen Wahrnehmung nicht zu trauen.
In einer dieser blühend phantasievollen Storys laufen einer Frau ihre Möbel davon. In einer anderen nimmt die Erzählerin eine Bestellung für Knoblauch-Huhn entgegen, ohne dem hungrigen Anrufer zu sagen, dass sie gar keine Imbiss-Bude ist. In einer dritten Erzählung geht es um Ehe, Beziehung und Einsamkeit. Eine Frau ignoriert beharrlich, dass ihr Mann einen Blog mit dem Namen Ich-hasse-meine-Frau-Dot-Blogspot-Dot-Com betreibt. All diese Storys, die zunächst so tun, als entstammten sie unserem realistischen Alltag, öffnen jählings verborgene Pforten in Schicksale und Welten, die uns nicht so vertraut sind. “


MEINE MEINUNG | FAZIT 

"Das ist nicht meine Art von Tagtraum, denke ich. Das ist nicht meine Träumerei. Es ist die von jemand anderem. Vielleicht ist das auch gut so. Ich selbst war nie ein Walter Mitty. S.25

Die Erzählungen sind eigen; sehr eigen, das muss man sich eingestehen. Zunächst weiß man gar nichts wirklich mit ihnen anzufangen. Sie sind so konfus und ergeben auf den ersten Blick kaum Sinn, weil sie sich jeglicher uns bekannter und logischer Abläufe entzieht. Wie im Klappentext beschrieben, werden Möbel anscheinend lebendig, Welten verschmelzen ineinander. Wo soll man da beginnen etwas Sinnvolles herauszufiltern? Ganz eindeutig, vor allem zwischen den Zeilen. Die Protagonisten scheinen alle dem roten Faden nicht folgen zu wollen. In den Konversationen mit deren Mitmenschen driften sie irgendwie ab, leugnen viele offensichtliche Fakten und wollen vielleicht sogar an etwas glauben, was keinen Bestand hat. Besonders prägnant ist auch hier die vordergründige Darstellung verschiedener Lebensphasen der Frau. Denn alle Kurzgeschichten werden von Frauen dominiert. Sie sind die Hauptfiguren und sind den unterschiedlichsten Situationen ausgesetzt. Nimmt man also die ausgefallenen, aber sehr kreativ-interessanten Geschehnisse beiseite, welche die "normale" Welt außer Kraft setzen, so findet man etwas verborgen, sehr viel Psychologisches. Die Geschichten erzählen von der ersten Liebe, von Verlust, von der Magie der Gegenstände, die sich anhäufen, welche man nicht loslassen kann und deren eigentliche Erinnerung an das Ereignis man dennoch zu vergessen scheint. Auch die Beziehungen innerhalb der Familie spielt in allen Erzählungen eine große Rolle. Wonach sehnt sich der Mensch? Und was würde er lieber ausradieren?

"Links von mir glaube ich, in einiger Entfernung Roys blondes Haar zu ahnen. Schwach geworden, schiele ich seitwärts; ich sehe eine Topfpflanze.“  S.104

So unterschiedlich die einzelnen Erzählungen in ihrer Idee sind, so wunderbar passen sie im Gesamtkonzept aber zusammen, weil sie den gleichen Stil verfolgen. Es ist tatsächlich eine ganz neue Welt, die man als Leser betritt. Man muss sich erst ein wenig mit dem Schreibstil, der Art der Autorin und der Protagonisten vertraut machen, ehe man Schlussfolgerungen ziehen kann. Und selbst am Ende jeder Erzählung bleiben gewisse magische Momente unergründlich. Das macht wahrscheinlich den Reiz aus, den ich beim Lesen verspürt habe. Ich habe mit den Geschichten begonnen und dachte mir zunächst, sie seien ganz unterhaltsam und auch in gewisser Weise enthalten sie schöne Wahrheiten, mehr erstmal nicht. Aber mit der Zeit stellt sich eine ganz andere Meinung ein. Beginnt man über die Erzählungen und das Gesagte nachzudenken, entwickeln sie sich zu einer wahren Gedankenquelle. Scheinbar nebenbei gesagte Dinge erschienen mir plötzlich so wahr und wichtig, dass auch die Erzählungen ganz neue Schichten hervorgebracht haben. In einer Erzählung ging es zum Beispiel um das Bild der Frau und deren Bezug zur Mode. Dabei sei das Ziel der Modeindustrie, die Frauen in ein männliches Bild zu zwängen. Sie sollen mager und dürr sein, keine weiblichen Rundungen aufweisen, um in tolle Kleider zu passen, eben wirken wie ein Mann, um Anerkennung zu gelangen. An sich ist die Überlegung nichts Neues und man ist sich dem auch eigentlich bewusst, aber wie Rivka Galchen es in Worte fasst (in Anbetracht der Übersetzung) und es in eine ganz eigene Geschichte verpackt, das hat einfach was.

"´Ich meine, ich bewundere dich dafür, dass du Geschichten über erfundene Menschen in Welten schreibst, die gar nicht existieren und keine Bedeutung für unser wirkliches Leben haben. Das kann nett sein, aber die Leute mögen auch Dinge, die erbaulich und nützlich sind.´  S.171

Was anfänglich nach skurrilen und nicht ganz sinnergebenden Erzählungen ausgesehen hat, entpuppte sich zu einer fabelhaften, einzigartigen und spielerischen Welt der Autorin, in welcher besonders die Frauen eine tragende Rolle spielen. Die Erzählungen verweben viele Elemente der Literatur, die sich gar nicht kategorisieren lassen. Wundersame Ereignisse, die man nicht zu bewerten weiß verknüpfen sich mit tiefsinnigen, psychologischen Ansichten. Keine hochtrabende Sprache, aber umso aussagekräftigere Botschaften, die zwischen den Zeilen vermittelt werden. Obwohl der Anschein erweckt wird, dass genau die wichtigen Dinge von den Protagonisten nicht angesprochen werden, kommen sie durch ihr Handeln und ihre Vorstellungskraft umso deutlicher zum Vorschein.


 Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!


Dezember

Januar 04, 2017



Zugegeben einen kompletten Jahresrückblick wollte ich euch ersparen, aber eine kleine Zusammenfassung des Monats Dezember schien mir doch ganz schön, um dem gemütlichen Monat etwas gerecht zu werden. Ich habe mich generell stärker auf Weihnachtslektüren gestürzt, weil ich mich ganz und gar der Stimmung hingeben wollte. Daher sind es auch überwiegend Weihnachtsgeschichten geworden, die ich in dem Monat gelesen habe. Hier also der kurze Rückblick meiner Rezensionen: 

Wie immer gelangt ihr durch das Anklicken des Titels zu der jeweiligen Rezension.

The House of Ullstein von Hermann Ullstein Verlagsgeschichten interessieren mich generell in vielerlei Hinsicht. Dass sich diese hier sogar als autobiographisch erwiesen hat, fand ich umso spannender. Die schwierigen Jahre des Verlagshauses und der persönlichen Geschichte von Hermann Ullstein in Zeiten des Nazi Regimes machen das Buch durch die vielen Entwicklungsstufen lesenswert.

What if? von Randall Munroe Herrlich abweschlunsgreich und "anders" präsentiert sich dieses Buch. Ganz absurde Fragen werden beantwortet und dies meist ebenfalls mit absurden Denkmustern, wobei die angewandte Physik auf Tatsachen beruht. Toll für Zwischendurch und wenn man Lust hat mal ganz "verrückt" zu denken.

Alle Weihnachtserzählungen von Charles Dickens Viel muss hier nicht hinzugefügt werden. Charles Dickens kann man an Weihnachten wunderbar lesen.

Christmas at Thompson Hall & Other Christmas Stories von Anthony Trollope Das Buch enthält mehrere, kürzere Erzählungen, welche die Weihnachtszeit wunderbar einfangen. Die Geschichten sind unterhaltsam, ganz atmosphärisch und von der Länge her genau richtig. Hinzu kommt der ganz subtile, aber fein angedeutete Winke, was Weihnachten bedeuten sollte.

Round the Christmas Fire von verschiedenen Autoren Ebenfalls eine sehr abweschlungsreiche Möglichkeit, sich mehreren Autoren zu näheren, die über die Weihnachtszeit schreiben. Anders als bei dem Vorgänger, sind hier viele Geschichten sehr modern interpretiert, so auch von Truman Capote.

The Night before Christmas von Nikolai Gogol Klein aber fein. Eine weihnachtliche Geschichte, die mit viel Ironie, Witz und dem Spiel zwischen Gut und Böse eine etwas andere Richtung einschlägt, als die typisch romantischen Geschichten. Das macht sie dadurch aber besonders unterhaltsam.

A Christmas Carol von Charles Dickens Auch hier: ein Klassiker, zu dem man nicht viel Worte sagen muss. Lässt sich jedes Jahr aufs Neue lesen und das in allen möglichen Ausgaben.

Die Glücksliste von Eva Woods Zum Ende hin wurde meine Lektüre dann wieder etwas weniger weihnachtlich, aber noch nicht minder romantisch. Mit "Die Glücksliste" wurde ich aber im Ganzen nicht richtig warm. Vielleicht war es mir zu vorhersehbar oder zu stereotypisch. Für Zwischendurch, wenn man ein Buch ohne Erwartungen aufschlagen will, kann es ganz nett sein. Große Gefühle, kamen aber dennoch nicht wirklich auf.

Hool von Philipp Winkler Zum Schluss hat mich dann noch ein kleiner Favorit begleitet. "Hool" ist paradoxerweise beides: brutal und zerbrechlich zugleich. Beides spiegelt sich im Protagonisten wider, was daraus etwas Besonderes macht. Grundsätzlich fand ich die Umsetzung und die verschiedenen Themen, die in der Geschichte vorkommen wirklich gelungen. Verdient war das Buch also auf der Shortlist des deutschen Buchpreises. Allerdings blieb bei mir immer der Gedanke: wie "wahr" ist so eine Sicht und würde man sich im realen Leben, wenn man auf einen "Hooligan" trifft, denken, dass er genauso wäre wie die Figuren in den Büchern?