Red Rising - Tag der Entscheidung (Red Rising #3) von Pierce Brown

September 28, 2016










(Original: "Morning Star"/ 2016) Übersetzer/in: Bernhard Kempen, 656 Seiten, BroschurTrilogie, ★★★ 4 Sterne
Bibliografie auf der Verlagsseite (Heyne Verlag)»
 1. Red Rising,  2. Red Rising - Im Haus der Feinde (engl. Golden Son),  3. Red Rising - Tag der Entscheidung (engl. Morning Star)
Das Finale der Erfolgstrilogie: "Um eine unmenschliche und grausame Gesellschaft zu stürzen, ist der Minenarbeiter Darrow selbst zum Goldenen, zum Mitglied der verhassten Oberschicht, geworden. Doch jetzt wurde sein Geheimnis entdeckt und er schwebt in tödlicher Gefahr. Wenn er sein Ziel erreichen will, muss er alles riskieren."


MEINE MEINUNG | FAZIT

"So viel Schmerz. Und wozu?
S.17
 
Von einem finalen Teil einer Trilogie oder sei es einer Reihe, erwartet man Großes. Außerordentliche Wendungen und Verwicklungen. Pierce Brown hat dies für mich zum Teil und besonders zum nötigen Showdown ganz gut geschafft. Einigen Kennzeichen bleibt er dabei allerdings stets treu. Auch in diesem dritten Teil wird viel gekämpft. Die kriegerische Atmosphäre reißt auch nach den ersten beiden Teilen nicht ab und der Leser kann sich auf viele Streitigkeiten gefasst machen. Meiner Meinung nach hat sich auch hier der Anfang etwas gezogen. Es wird sich an einigen Stellen zu sehr auf ganz viele Details konzentriert, die mit den Verwundungen in einer Schlacht zu tun haben. Gewissermaßen trägt dies natürlich zu der Dramatik bei, allerdings ist es bei über sechshundert Seiten ab und an etwas ermüdend, da man sich tatsächlich erhofft, dass man auch Fortschritte in der eigentlichen Handlung wahrnehmen kann und es nicht nur ausschließlich um die Beschreibung der Opfer und der Blutausströmungen geht. Das komplette Erscheinungsbild der dargestellten Welt ist aber weiterhin in sich schlüssig und verursacht beim Leser auch keine Ungereimtheiten. Hier fand ich ebenfalls die zusätzlich eingebaute "Personenliste" ganz hilfreich, die alle Figuren noch einmal in ihrer Funktion erläutert. Einige Aspekte wurden im Buch etwas öfter aufgegriffen, um die Wichtigkeit hervorzuheben, allerdings hat es sich dadurch, auch hier etwas gezogen. Nichtsdestotrotz gefiel mir das Grundkonzept der Aussagen, die sicherlich auch in unserer "normalen" Welt eine Wichtigkeit haben oder eventuell haben sollten (was die Unterdrückung von Menschen anbelangt oder der hierarischen Rangordnung gewisser "Mächte").

"Und du bist von deinen eigenen Leuten verstoßen worden. Das ist das Problem mit dieser Weltengesellschaft. Sie frisst sich selbst auf. Sie hetzt uns gegeneinander auf.S.122

Was mir an der kompletten Trilogie, aber eben auch speziell am finalen Teil gefallen hat, ist die ausgebaute Struktur der Figuren und deren Verhältnis zueinander. Man merkt deutliche Entwicklungen, aufgrund der Erlebnisse, aber auch feste Bestandteile, die für die gesamte Geschichte wichtig sind. So sind abseits der beschriebenen Kampfszenen viele emotionale und zwischenmenschliche Stufen wichtig. Es geht um Freundschaften, um Aufopferungen, um die Frage nach der eigenen Perspektive und den inneren Konflikten, die man führen muss, wenn man sich einer gewissen Situation zu stellen hat. Natürlich sind dies extreme Situationen, aber ich glaube genau dadurch kommen die Werte ganz gut zur Geltung. Auch hier kommen natürlich die politischen Machenschaften und nötigen politischen "Werkzeuge" nicht zu kurz. Intrigen und überraschende Wendungen sind also vorprogrammiert. Dies sorgt aber für die nötige Abwechslung, zwischen den doch manchmal langen Phasen, die einem etwas "träge" vorkommen können. Durch die Einbindung vieler Dialoge entstehen aber auch ganz unterhaltsame Passagen, bei denen man gerne mal ein Lächeln entbehrt, bevor dann zu gefühlvolleren oder „ernsteren“ Stellen geschwenkt wird. Der Schreibstil war für mich recht simpel, was in Anbetracht des Alters der Figuren und insbesondere des Protagonisten nicht verwunderlich ist. Dennoch finden sich viele schöne Stellen, denen ich einen ganz guten Stellenwert zuschreiben würde. Wie schon bei den vorherigen Bänden angedeutet, würde ich das Buch aufgrund seiner manchmal harten Ausdrucksweise und seiner "Verletzungspassagen", nicht zwingend als typisches Jugendbuch bezeichnen, wie es ja in den englischsprachigen Räumen gerne angepriesen wird. Insgesamt finde ich den drittel Teil mit ein paar kleineren Ausnahmen gut gelungen und denke, dass sich die Trilogie so angemessen schließt, ohne übers Ziel hinauszuschießen.

"Wir sind zwar gebrochen, zerrissen und dumm, aber wir sind das Licht, und wir breiten uns aus." S.357
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Angemessener finaler Teil einer Trilogie, der sich an die Vorgänger in Hinsicht auf die inhaltlichen Merkmale anpasst. Kämpfe, Intrigen, Fragen nach den wahren Freunden oder Feinden werden gestellt und aufgelöst und ein Showdown sorgt für die nötige Spannung, die für mich auf den ersten Seiten doch etwas zu kurz kam. Positiv sind die wahrnehmbaren Entwicklungsstufen der Figuren zu den vorherigen Teilen, aber auch gewisse Konstante Beibehalte, in Bezug auf die Figurenverhältnisse im Allgemeinen. Der Schreibstil ist nicht zu ausladend, sorgt aber dafür, dass man sich weiterhin auf die doch recht außergewöhnlichen Orte einlassen und man sie sich vorstellen kann. Definitiv ein würdiger Abschluss!



Vielen Dank an den Heyne Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

Neuerscheinungen Oktober

September 26, 2016











Im Oktober haben sich ziemlich viele Neuerscheinungen angesammelt, die ich sehr interessant finde und die ich euch nicht vorenthalten wollte. Da es aber so viele sind, dass es den Rahmen sprengen würde, wenn ich zu jedem Buch Kommentare anfügen würde, liste ich euch die Bücher diesen Monat nur auf und verlinke die entsprechenden Infoseiten. Legen wir also direkt einmal los:

Zwischen hier und hier von Amy Bloom, Atlantik, gebunden, 14. Oktober
Schreiben Sie mir, oder ich sterbe hrsg. von Petra Müller und Rainer Wieland, Piper, gebunden, 04. Oktober
Geniale Störung von Steve Silberman, Dumont, gebunden, 18. Oktober
Fließsand oder eine todsichere Anleitung zum scheitern von Steve Toltz, DVA, gebunden, 24. Oktober
Gestorben wird immer von Alexandra Fröhlich, Penguin, Broschur, 11. Oktober
Lesen von Steve McCurry und Paul Theroux, Prestel, gebunden, 03. Oktober
Der Lauf des Lebens von Mona Jaeger, Luchterhand, gebunden, 24. Oktober
Die störrische Braut (Teil der Hogarth Shakespeare Reihe) von Anne Tyler, Knaus, gebunden, 11. Oktober
Fegefeuer (Gedichte) von Norbert Hummelt, Luchterhand, gebunden, 24. Oktober
Francis Plugs Handbuch für Autoren von Paul Ewen, Manhattan, gebunden, 03. Oktober
Vor Mitternacht von Ida Simons, Luchterhand, gebunden, 03. Oktober
More Letters of Note hrsg. von Shaun Usher, Heyne Encore, gebunden, 17. Oktober
Das Geheimnis der Schwimmerin von Erika Swyler, Limes, gebunden, 17. Oktober
Die Zerbrechlichkeit der Welt von Kees van Beijnum, C. Bertelsmann, gebunden, 03. Oktober
Isländische Könige von Einar Már Gudmundson, btb, gebunden, 17. Oktober
Die Frau des Zoodirektors von Diane Ackerman, Heyne Encore, gebunden, 31. Oktober
Irre glücklich von Jenny Lawson, Kailash, Broschur, 17. Oktober
Die Unerwünschten von Dimitri Verhulst, Luchterhand, gebunden, 03. Oktober
Tiere denken von Richard David Precht, Goldmann, gebunden, 17. Oktober
Das Bild aus meinem Traum von Antoine Laurain, Atlantik, gebunden, 14. Oktober
Gutes von Gestern von Elizabeth P. Archibald, Piper, gebunden, 04. Oktober
Geister von Nathan Hill, Piper, gebunden, 04. Oktober
Der Fuchs und der Stern von Coralie Blickford-Smith, Insel, gebunden, 10. Oktober
Shark von Will Self, Hoffmann und Campe, gebunden, 14. Oktober
Von Beruf Schriftsteller von Haruki Murakami, Dumont, gebunden, 18. Oktober
Null Grad Kelvin von Don DeLillo, Kiepenheuer & Witsch, gebunden, 13. Oktober
Das Paradies, möglicherweise von Magnus Mills, gebunden, 17. Oktober
Leises Schlängeln von A.L. Kennedy, Karl Rauch, gebunden, Oktober
Ein Lied für die Geister von Louise Erdrich, Aufbau Verlag, gebunden, 17. Oktober

Außerdem erscheinen folgende Bücher als Taschenbuch:
Von Männern, die keine Frauen haben von Haruki Murakami
Das unerhörte Leben des Alex Woods von Gavin Extence
Niemalsland von Neil Gaiman (erstmals ungekürzt)

Zur Einstimmung auf Weihnachten:
Der bitterböse Weihnachtsmann von Dietmar Bittich, Atlantik Verlag
Weihnachtswunder, Atlantik Verlag

Auf welche Bücher freut ihr euch besonders im Oktober?





Emilienne oder die Suche nach der perfekten Frau von Anne Berest

September 23, 2016






(Original: "Recherche femme parfaite"/ 2015) Übersetzer/in: Gaby Wurster, 240 Seiten, gebunden,  Einzelband, ★★★ 4 Sterne
Bibliografie auf der Verlagsseite (Knaus Verlag)»
"Liebe, Stil und Lässigkeit à la française - ein moderner Frauenroman von einer der aufregendsten Autorinnen Frankreichs. - Für Emilienne ist ihre Nachbarin Julie das leuchtende Vorbild – all das, was sie, der nette Kumpeltyp, niemals sein wird: die perfekte Mutter, die perfekte Karrierefrau, die perfekte Ehefrau, die perfekte Gastgeberin… bis zum perfekten Zusammenbruch. An dem Tag beschließt Emilienne, dass es ihr mit all den an die Frauen herangetragenen Ansprüchen reicht. Gibt es das überhaupt, von dem alle sprechen und nach dem alle trachten: die perfekte Frau? Sie beschließt, sich auf die Suche zu machen."


MEINE MEINUNG | FAZIT

"Sie weinte viel, sagte, dass sie sich Vorwürfe mache, dass sie es nie schaffen werde, dass sie niemals so sein könne wie andere Frauen. ´Aber welche Frauen meinst du denn?´ fragte ich sie. ´Die anderen!´ schrie sie und spuckte mir Krümel eines Feigenkekses ins Gesicht.
S.24
 
"Frauen seid selbstbewusster und lasst euch nicht vorschreiben, wer ihr zu sein habt". So oder so ähnlich könnte das Credo dieses Buches lauten und deshalb ist es mir mit jedem Kapitel etwas näher ans Herz gewachsen. Es ist sicherlich ein Buch, das in erster Linie Frauen motivieren soll und daher als typischer "Frauenroman" angesehen werden könnte. Allerdings empfand ich es erfrischend anders, weil weibliche Figuren auftreten, die nicht unbedingt die Klischees erfüllen, mit denen viele Romane besetzt sind. Der Roman versprüht zudem sicherlich eine gewisse Leichtigkeit und versucht mit einer guten Portion Ironie, aber einer angemessenen Ernsthaftigkeit, Leserinnen auf die Problematiken der heutigen Gesellschaft aufmerksam zu machen. Auch hier wieder in erster Linie auf die Problematiken, die dazu führen, dass Frauen sich überlastet und in die Enge gedrängt fühlen, aber auch Problematiken, die Frauen aus fragwürdigen Blickwinkeln zeigen. Daher empfand ich Anne Berests kurze, aber unterhaltsame Lektüre als sehr abwechslungsreich. Durch das fotografische Projekt der Erzählerin entsteht zusätzlich zu den einzelnen Episoden, die sich auf eine andere "perfekte Frau" beziehen, ein Handlungsstrang der zunächst etwas ungewöhnlich scheint, im Nachhinein aber gezielt damit spielt, wie sich das Bild der Frau in der Gesellschaft ändern sollte. Durch viele modische Bemerkungen, einem doch recht wahrnehmbaren Pariser Flair, wie auch der Intention Frauen Mut zu machen, sich selbst nicht hintenanzustellen, ist dieser Roman sicherlich für weibliche Leser etwas interessanter, würde aber vielleicht auch dem ein oder anderen Mann mal gut tun. Ich fand es tatsächlich einfach mal schön, dass man dieses Thema auch mit viel Witz und Ironie darstellen kann und man auch mit einem Unterhaltungsroman, ernste Themen ansprechen kann, die am Ende aber nicht zu flach wirken.

"In all diesen unterschiedlichen Porträts würde sich das Bild abzeichnen, das die Frau von heute von sich hat, das Porträt der idealen Frau. Doch ich würde auch die Verwerfungen herausarbeiten, die Schwachstellen, die Brüche. Ich würde die Anzeichen von Wahnsinn in diesem unmöglichen Streben nach Perfektion aufspüren.S.28

Erzählerin des Ganzen ist die im Titel erwähnte "Emilienne", welche sich zunächst auf Grund eines Projekts auf die Suche nach der perfekten Frau begibt. Dadurch taucht man in viele Leben ein, allerdings nur für einen kurzen Moment, aber mit einer doch gezielten Botschaft dahinter. Ich würde nicht sagen, dass die Kürze der Kapitel negativ ist, denn so entsteht ein ganz guter Eindruck davon, dass es bei allen Menschen, nicht nur bei Frauen, den ersten Eindruck gibt und eine Person hinter der Fassade. Es wird also ganz gut damit gespielt, wie andere Menschen jemanden wahrnehmen und wie er sich selbst sieht. Mein persönlicher Favorit war aufgrund dieses Aspekts, Emiliennes Freundin "Julie". Sie taucht in mehreren Kapiteln auf und verkörpert den Ausgangspunkt einer scheinbar perfekten Hausfrau, die ebenfalls einem erfolgreichen Beruf nachgeht und es zusätzlich noch schafft, als Mutter wahre Wunder zu vollbringen. In dem aber dieser Zusammenbruch stattfindet, gewinnt der Roman dadurch an einer weiteren Ebene, die eben diesen "Schein" aufzeigt, der sich durch alle Leben der Frauen durchzusetzen scheint. Besonders Julies Schicksal hat mich aber am meisten interessiert und zeigt für mich die Ängste vieler berufstätiger Frauen in der heutigen Zeit auf. Mir gefiel aber ebenso gut die Verknüpfung zu kleinen Details, wie nennenswerten Frauen der Vergangenheit, die für etwas gekämpft haben, die man aber vergessen hat, weil sie zum Beispiel von anderen Männern kopiert und "übertroffen" wurden. Man merkt dem Buch eine Kritik an, die aufzeigt, dass die Gesellschaft immer noch dazu neigt, Männern den Vortritt zu geben.

"Eines Tages wurde mir dann bewusst, dass in all den Geschichten, die sein Denken prägten, ausschließlich männliche Helden vorkamen. In absolut allen, ausnahmslos. Ich war also im Inbegriff gewesen, ihm die Vorstellung einzupflanzen, dass Frauen nie die Helden sind und nie die Initiative ergreifen." S.175
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Eigentlich leichte und kurze Lektüre, die dem Leser kurze Einblicke in das Leben verschiedener Frauen ermöglicht, im Nachhinein aber doch mehr Botschaften vermittelt, als zuerst angenommen. Greift die Stellung der Frau in der heutigen Gesellschaft auf und spielt mit verschiedenen Vorwürfen, Wunschvorstellungen und Anforderungen, die man zu erfüllen hat. (Positiv dabei: Nicht alle Frauen werden als Unschuldslämmer porträtiert) Durch den unbefangenen Schreibstil bleibt es aber eine angenehme Geschichte, die den Leser an der ein oder anderen Stelle ein Lächeln ins Gesicht zaubert, aber dennoch ihren Standpunkt vertritt und diesen auch mit wichtigen Passagen füllt.


























Vielen Dank an den Knaus Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Less is more von Francine Jay

September 21, 2016








(Original: "The Joy Of Less"/ 2010) Übersetzer/in: Anu Katariina Lindemann , 320 Seiten, Broschur,  Einzelband, ★★★ 4 Sterne
Bibliografie auf der Verlagsseite (Mosaik Verlag)»
"Wer kennt das nicht? Im Laufe der Zeit sammelt sich unnützes Zeug in der Wohnung an und bald hat man vor lauter Staubfängern und nutzlosem Plunder kaum mehr Platz für sich selbst. Francine Jay geht dem Phänomen intelligent auf den Grund und erkundet unser zutiefst menschliches Sammelverhalten. Sie zeigt, wie wir uns von unnötigem Ballast befreien können und macht mit praktischen Anregungen und einer überzeugenden Konsumkritik Lust aufs Loslassen."


MEINE MEINUNG | FAZIT

"Im Gegensatz zu dem, was Marketingleute dich glauben lassen wollen, bist du nicht das, was du besitzt.  Du bist du, und Gegenstände sind Gegenstände, keine physikalische oder mathematische Alchemie kann daran etwas ändern, ungeachtet dessen, was clevere Werbung dir weismachen will.
S.27
 
Wie der Klappentext schon andeutet: jeder kennt es! Sachen sammeln sich schneller an, als man blinzeln kann und man weiß am Ende gar nicht, wohin mit dem ganzen Zeug. Dieses kleine Buch bietet eine geeignete Hilfe an, um sich dem Problem Schritt für Schritt zu nähern. Man wird zunächst einmal in das Thema eingeleitet. Was bedeutet "Minimalismus" überhaupt, wessen sollte man sich beim Entrümpeln bewusst sein und wie weit reicht diese Aktion? Der Einstieg ist recht angenehm und motiviert einen sofort! Ich muss zugeben, mein Sammelverhalten hält sich meiner Meinung nach in Grenzen, da mein Zimmer sowieso hauptsächlich nur aus Büchern, Unisachen und Kleidung besteht. Hinzu kommt, dass vieles, das angesprochen wird, wie das Anlegen von bestimmten "Modulen" bereits Teil meines Systems ist, daher ist das Buch für Leute die sowieso regelmäßig für Ordnung sorgen vielleicht nur in einigen Fällen hilfreich. Dennoch gibt es für tatsächlich jeden Lebensbereich, sprich das Wohnzimmer, das Bad, die Küche etc. verschiedene Tipps und Tricks, wie man sich von Unnötigen Sachen trennen kann. Auffällig dabei ist aber, dass sich vieles in den einzelnen Kategorien wiederholt. Liest man das Buch also in einem Gang, so hat man ein wenig das Gefühl, dass man eben immer wieder dasselbe vorgesetzt bekommt. Gut daran ist aber, dass sich diese Tipps umso besser festsetzen und man, wenn man ein bestimmtes Zimmer entrümpeln möchte, das Kapitel aufschlägt und wirklich alle nötigen Hilfestellungen vorfindet. Zusätzlich vermittelt das Buch in einigen anderen Kapiteln noch ein wenig die eigentliche Intention des Ganzen. Es geht nicht nur um das Entrümpeln an sich, sondern um eine bestimmte Lebensweise, die einem eine gewisse Ruhe entgegen bringen soll. Dass nicht alle Tipps zu jedem Leser passen wird angesprochen und darauf wird auch Bezug genommen, so dass man sich etwas stärker mit den eigenen Bedürfnissen auseinandersetzen muss.

"Manchmal befürchten wir, dass das Loslassen bestimmter Gegenstände bedeutet, dass wir etwas von uns selbst loslassen müssen. [...] Und Gott bewahre, dass wir die Schuhe vom Abschlussball wegwerfen - das wäre ja fast, als ob wir unser Abi nicht geschafft hätten.S.31

Ich muss tatsächlich sagen, dass ich das Buch als sehr nützlich empfinde, vor allem für Menschen, die schneller dazu neigen, Dinge anzuhäufen, die sie nicht brauchen und sich mit dem ganzen "Krempel" überfordert fühlen. Wichtige Botschaft des Buches ist nämlich, dass man sich in seinen eigenen vier Wänden wohlfühlen soll und diesen Grad muss man selbst finden, da dient das Buch eben nur als Stütze. Es wird einem also nicht eine richtige Art vorgesetzt, sondern man wird mit verschiedenen Blickwinkeln vertraut gemacht. Leider muss ich aber eingestehen, dass ich dadurch an der ein oder anderen Stelle das Gefühl hatte, dass gewisse Dinge im Gegensatz stehen. Es ist aber auch schwierig allen persönlichen Anforderungen, bezogen auf persönliche Hobbys oder Ähnliches, gerecht zu werden und Empfehlungen auszusprechen, was man am besten entsorgen soll. Was mir bei einigen Stellen besonders im Herzen weh getan hat, war diese Euphorie der Autorin, wenn es um die Digitalisierung gewisser Sachen ging. Darunter fielen zum Beispiel alle möglichen Fotos, Dankeskarten, Postkarten etc. etc. Meiner Meinung nach ist solch eine Digitalisierung von Fotos überhaupt keine Alternative, da ich diesen Umschwung, alles auf Festplatten zu speichern, um 30cm Platz im Schrank zu sparen, nicht als positiv werte, weil mir einfach bestimmte Dinge verloren gehen, die ich sehr schätze. Das ist aber tatsächlich jedem vollkommen selbst überlassen. Hilfreich sind zudem die Kapitel rund um die Tipps und Tricks, wie man andere Familienmitglieder ebenfalls motivieren kann, das "Sammelverhalten" einzugrenzen und seinen Lebensraum angenehmer zu gestalten. Positiv hingegen fiel mir vor allem zum Schluss noch einmal die Botschaft des ganzen auf, weshalb ich das Buch dann doch etwas höher bewerten wollte. Denn es geht in diesem Buch eben nicht nur darum Sachen wegzuschmeißen, sondern sie zu recyceln, zu spenden, wiederzuverwerten oder an jemanden zu verschenken, der es vielleicht mehr braucht. Es geht auch darum, wie man sich von den "Ketten" losreißt, die diesen unnötigen Konsum unterstützen und wie man den Fokus im Leben auf etwas anderes ausrichten kann, als auf das Materielle.

"Es ist egal, ob du fünfzig, fünfhundert oder fünftausend Dinge besitzt - was zählt, ist, ob es für dich gerade genug ist (und nicht zu viel)." S.115
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Schöne Botschaft mit wertvollen Tricks rund um das Wiederfinden der Leichtigkeit im Leben und in den Regalen und Kleiderschränken. Motiviert zum achtsameren Konsum von Gegenständen und regt wirklich zum Nachdenken an, wie viele Sachen, die man besitzt, wirklich von uns benutzt werden. Durch die einzelnen Kapitel sehr übersichtlich und erleichtern einen erneuten Einstieg, bei wiederholter Aufräumaktion. Die "totale Digitalisierung" von Fotos etc. fand ich leider etwas zu "extrem", so dass man etwas herausfiltern muss, welche Tipps am besten zu einem passen.




Vielen Dank an den Mosaik Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!


Das Leben ist zu bunt für graue Tage von Sophie Bassignac

September 19, 2016




(Original: "Comédie musicale"/ 2015) Übersetzer/in: Claudia Steinitz , 208 Seiten, gebunden,  Einzelband, ★★★ 3 Sterne
Bibliografie auf der Verlagsseite (Atlantik Verlag)»
"Paris kurz vor Weihnachten. Es schneit unaufhörlich. Sehr weihnachtlich ist es bei Max und Raphael allerdings nicht. Die Cousins, die als Filmausstatter und Restaurator arbeiten, leben erst seit kurzem in der Wohnung, haben sie aber im Handumdrehen in eine originelle Rumpelkammer und Party-Zone verwandelt. Bei ihnen geht die Pariser Bohéme ein und aus, die sich von ihrem kreativen Chaos angezogen fühlt. Nach allerlei Liebeswirren - warum verliebt man sich eigentlich immer in die Falschen? - markiert das nahende Silvesterfest einen Neuanfang für alle. Eine charmante Komödie mit Tiefgang, die über die Liebe, das Leben und die Wärme in einer kalten Winternacht erzählt. "


MEINE MEINUNG | FAZIT

"Sie hatte ihn genauso gern wie Max. Der altmodische poetische Riese bestreute die Welt mit seiner feinen Intelligenz wie mit Konfetti. Er hatte den Mut, anders zu sein, und sie hatte allen Grund, darin etwas Kostbares zu sehen.
S.11
 
"Bunt" ist der Inhalt des Buches allemal. Die Protagonisten sind sehr speziell, sind chaotisch, melancholisch, haben Geheimnisse, neigen zu gewissen Macken und gehen in den Wohnungen des beschriebenen Hauses ständig ein und aus. Keine Frage, an Schwung und Einfällen fehlt es diesem kurzen Roman nicht. Allerdings hatte ich ganz zum Schluss meine Schwierigkeiten den Roman einzuordnen, denn er erschien mir eher als Tragikomödie und der Titel wollte für mich zunächst auch nicht wirklich passen. Der Roman beschäftigt sich nämlich mit der Vergangenheit der beiden jungen Männer Max und Raphael, zwei Cousins, die sich die Wohnung teilen. Als Leser ahnt man bereits am Anfang, dass ein Geheimnis aufgedeckt wird. Die Art und Weise wie das Thema verpackt wurde, fand ich an einigen Stellen ganz gelungen, an anderen Stellen hingegen erschien mir die Ernsthaftigkeit zu "platt". Allerdings gefiel mir im gesamten Buch unabhängig von der recht schönen Darstellung der einzelnen Figuren, das gesamte Erscheinungsbild von Paris und die ausgewählten Örtlichkeiten, die tatsächlich eine gewisse Magie versprühten. Dies kam vor allem durch den speziellen Fokus der Wohnungen an sich zustande, aber auch durch den am Ende veranstalteten Kostümball. Der Roman blieb mir, im Gesamteindruck, auf jeden Fall recht positiv in Erinnerung. Einige Verknüpfungen und Darstellungen fand ich aber etwas zu "abgeschnitten".

"´Glauben Sie, dass man sich ändern kann?´, fragte sie nach längerem Schweigen. ´Ich meine nicht, ein Leben ändern, sondern jemand anders werden.´ ´Man muss unbedingt daran glauben, dass das möglich ist. Ich mache nie Pläne, denn wenn man sich in die Zukunft projiziert, heißt das, dass man morgen noch derselbe sein wird, und ich hasse diese Vorstellung.´S.77

Die Geschichte lebt tatsächlich von den aufwirbelnden Protagonisten. Es sind die unterschiedlichen Charakterzüge und die verschiedenen Lebenssituationen, die der ganzen Gruppe genug Spielraum bieten. Viele Entwicklungen geschahen aber wie in doppelter Geschwindigkeit und dadurch entstand für mich dieses Gefühl von "sehr unrealistisch", wobei dies ja genau dieses Komödiengefühl ausmachte. Abseits der romanhaften Beschreibungen von Figuren und Umgebungen konnte ich mir demnach auch gut vorstellen, dass das Buch eher als Stück angesehen werden könnte. So wirken die Figuren oftmals sehr überzogen und verkörpern ein prägnantes Merkmal, welches ihnen angelastet wird. Einige Passagen haben sich für mich aber auch als kleine Schätze entpuppt, da sie ziemlich gut, die heutige Wichtigkeit der Selbstverwirklichung und des Prestiges aufzeigen. Letztlich passte demnach auch die Kürze des Buches ganz gut zum Konzept, wobei ich wie gesagt finde, dass gewisse angesprochene Themen deutlich mehr Raum bräuchten, um sich zu entfalten. Ich denke aber, dass ich das Buch um die Weihnachtszeit herum noch einmal lesen werde!

"Im Zug drehten sich die Gespräche um die verschneite Stadt. Die Begeisterung der ersten Tage war von lauten Klagen abgelöst worden. Die Natur übertrieb mal wieder, es war immer dasselbe.." S.112
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Kurzer und recht gut gelungener Roman über ein Wohnhaus mit sehr eigensinnigen Bewohnern, die auf der Suche nach ihrem eigenen Ziel und Platz im Leben sind. Enthält einige sehr schöne, nachdenkliche Passagen, überwiegt aber tatsächlich durch einen eher tragikomischen Ansatz, da die Figuren auf ein Merkmal festbestimmt wurden und eine spezielle Eigenschaft verkörpern, die ab und an überzeichnet wirkt. Man braucht auch ein wenig, um sich mit den schwierigen Figuren zurechtzufinden. Hinsichtlich der Atmosphäre sicherlich eine schöne Lektüre für die nahenden Wintertage.



 Vielen Dank an den Atlantik Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!


Leben ist keine Art, mit einem Tier umzugehen von Emma Braslavsky

September 18, 2016







(Original: "-"/ 2016) Übersetzer/in: , 462 Seiten, gebunden,  Einzelband, ★★★ 4 Sterne
Bibliografie auf der Verlagsseite und zahlreiche zusätzliche Informationen (Suhrkamp Verlag)»
"Ein Paar im besten Alter: Jo, eine selbstsüchtige Enddreißigerin, zelebriert die schillernde Fassade einer Möchtegern-Weltverbesserin und lebt vom Geld ihres Mannes; Jivan, ein latent chauvinistischer Mittvierziger, heuchelt als selbstzufriedener Sexist den Feministen, manipuliert seine Frau nach Belieben und wird dabei selbst ahnungsloses Opfer seines Vaters und seiner feigen Selbsttäuschungen. Die blutjunge Roana wird von ihrem Vater zum einsamsten Vulkan dieser Erde geschickt, damit sie endlich zur Vernunft kommt. Sie macht sich stattdessen auf zu einer gewagten Suche nach dem Sinn des Lebens. Und eine unberührte, staatenlose Insel, die von einem Orkan freigelegt wird, sorgt als vermeintliches Paradies international für Schlagzeilen und Hysterie."


MEINE MEINUNG | FAZIT

"Jivan greift nach der Reismilch-Salbei-Kümmel-Brühe und wirft einen Esslöffel in Kokosfett geröstete Schalotten hinein. Er hätte darauf gesagt: Was können denn die armen Tiere dafür, dass wir Menschen unseren Scheiß nicht gebacken kriegen?
S.24
 
Dass Menschen zu ungewöhnlichen Denk- und Verhaltensmustern neigen und sich dennoch immer überlegen, wie groß ihr Vorteil in allem sein wird, ist eigentlich nichts Neues. Emma Braslavsky hat mit ihrem Buch "Leben ist keine Art, mit einem Tier umzugehen" das ganze aber auf ein neues Level gehoben und ihre Figuren dazu gebracht, sich ganz "entblößt" zu zeigen. Alle Gedankengänge der verschiedenen Protagonisten folgen einem Schema, welches sich zum Ende hin abrundet und eine neue Geschichte erzählt. Dabei wird dem Leser stets, mit Absurditäten aufgezeigt, wie Menschen nach etwas streben, was im Endeffekt nur den eigenen Profit ausmacht. Gute Vorsätze, zum Beispiel die Welt zu einem besseren Ort zu machen, werden verfolgt, aber nicht wirklich umgesetzt. Mich hat an dem Buch vor allem der Aspekt der Ironie fasziniert, dass man sich beim Lesen tatsächlich dabei erwischt, wie man den Gedanken ausbrütet, der Mensch sei absolut nicht vertrauenswürdig. Emma Braslavsky spielt ganz gut mit diesem "Schein" und "Sein". Besonders die verwobenen Passagen, die eine "neue Insel" ankündigen und deren Fortschritt aufweisen haben mich in den Bann gezogen. Hier werden vor allem die sehr konfusen Ausbrüche der Medien und des Interesses der Allgemeinheit sehr gut dargestellt. Zudem findet man vereinzelt, kurze Kapitel, die das "Leben" eines Orkans zu personifizieren versuchen. Auch hier entstehen wieder wahnsinnig viele Gedankensprünge im Kopf des Lesers, die sich auf Dinge beziehen, die man gar nicht wirklich beantworten kann. Denn die Tatsache, dass Menschen versuchen die Welt besser machen zu wollen (was schwerlich erreicht wird), steht immer noch die Natur an sich im Zentrum. Auch sie verfolgt ihren eigenen Zyklus und ihre unangefochtenen Ausbrüche, die nicht nur Leben geben, sondern auch nehmen können. Man muss tatsächlich sagen, dass sich das Buch daher auf sehr vielseitige, kreative Weise versucht mit Themen auseinanderzusetzen, die genug Potenzial haben, um sich sehr lange darüber unterhalten zu können. Ich könnte gar nicht genau sagen, welche Perspektiven, sprich welche Kapitel und deren Schicksale mir am besten gefallen haben, da sich tatsächlich alles zu einem guten Gesamtkonzept entwickelt hat, sodass man die Kapitel gar nicht wirklich getrennt voneinander betrachten kann.

"Master and Slaves? Sadisten und Masochisten? Ist das nicht das ganz natürliche Kräfteverhältnis, läuft´s nicht so überall im Universum?S.247

Hilfreich für das gesamte Verständnis der Gegebenheiten sind das eingebundene Verzeichnis der vorhandenen Personen, Figuren und Naturumstände, wie auch der Stammbaum zu allen Bezügen der Protagonisten, den man auf der dazugehörigen Verlagsseite zum Buch finden kann. Da doch recht viele Figuren auftreten und auch viele Veränderungen in Bezug auf die Handlung auftreten, empfand ich vor allem den Stammbaum als sehr hilfreich. So sehr der Natur- und Rettungsgedanke im Vordergrund stehen, so verweist das Buch auch auf die Frage, was macht einen Menschen eigentlich zum Menschen? Wie weit darf der Mensch gehen, um seine Vorstellungen vom perfekten Leben umzusetzen und in wie weit werden Menschen geschickt von ihrem Umfeld beeinflusst? Gibt es überhaupt Unterschiede zwischen dem menschlichen und dem tierischen Verhalten oder handeln beide nach deren einfachen "Trieben"? Es sind alles sehr interessante Aspekte, die sich in der Geschichte immer weiter ins Extreme ausbreiten. Viele Beziehungen sind durch wechselartige Anziehungskraft und Abneigung gekennzeichnet, die das eigentliche menschliche Verhalten ziemlich gut darstellt. Die Kapitel rund um die Aussteiger auf einer Insel, die sich einem Leben abseits der Zivilisation hingeben wollen, haben mir zudem hinsichtlich der Steigerung der Gereiztheit und einem Anflug von Manie gut gefallen. Ich hatte schlicht das Gefühl, dass so absurd und verrückt und eigentlich nicht recht wahrscheinlich, alles den tatsächlichen Umständen des heutigen Lebens entspricht. Besitz, Erfolg, Geld und der Gedanke daran ein wertvollerer Mensch zu sein als die anderen sind zentrale Punkte, die in dem Roman angesprochen werden. Abseits davon geht es aber auch um die raffinierten Mechanismen der Gesellschaft und dem habgierigen Greifen nach etwas Neuem, auch wenn es Schaden anrichtet.

"Wenn Menschen früher über die Meere gefahren sind, hatten sie Angst vor Seeungeheuern, Riesenkraken oder vor Walen, sie hatten richtig Schiss, dass irgendein Untier ihr Schiff verschlucken könnte. Heute graut´s uns vorm Klima, vorm Wetter oder fehlerhafter Schiffstechnik. Dabei steckt die größte Gefahr in unseren Köpfen." S.414
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Komplexes und in sich verwobenes Konstrukt, welches die Frage nach dem Menschsein aufgreift. Durch die verschiedenen Perspektiven, Figuren und Handlungen, kreativ umgesetzt und löst auch viele weitergesponnenen Gedankengänge aus. Greift die Sorgen der jungen, wie auch der älteren Menschen auf und thematisiert gewisse persönliche Zukunftsperspektiven, die sich mit einer nahenden Katastrophe verknüpfen. Wichtiger Anhaltspunkt der Geschichte ist die Natur und deren Einfluss, wie auch deren Wichtigkeit für die Menschen und die daraus resultierenden abstrusen Verhaltensweisen der Gesellschaft. Bietet viel Diskussionsbedarf!





























Vielen Dank an den Suhrkamp Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!