Pulitzer 100 Bookmarks

August 28, 2016


Es gibt viele Listen, die einen dazu anspornen sollen Bücher zu lesen. Bei einigen wurde mein Interesse auch geweckt, aber ich konnte mich nie so begeistern lassen, dass ich die Listen in "Angriff" nehmen wollte. Nun sind mir diese "Bookmarks"über den Weg gelaufen. Sie zeigen die offiziellen Gewinner des Pulitzer Preises auf und reichen von 1917 bis 2016 (anässlich des 100. Jubliäums). Ganz praktisch sind die Kästchen neben dem jeweiligen Gewinner des Jahres, denn man kann sie ankreuzen, wenn man das besagte Buch bereits gelesen hat. Diese Bookmarks gibt es als PDF- Datei auf der offiziellen Seite des Pulitzer Prize, undzwar HIER. Diese Listen beziehen sich zunächst nur auf die Gewinner der Kategorie Fiction. Weitere Kategorien, wie Non- Ficition, Biography und History wurden aber bereits angekündigt.

Mein erster Blick auf die Liste fiel ziemlich nüchtern aus. Ich habe nämlich tatsächlich nur drei Bücher aus dieser Liste in meinem Buchregal stehen, eins davon ungelesen, nämlich Donna Tarts "Der Distelfink". Grund genug mir das Buch demnächst vorzunehmen. Die beiden Bücher, die ich bereits gelesen habe sind "Der alte Mann und das Meer" von Ernest Hemingway und "Alles Licht, das wir nicht sehen" von Anthony Doerr, welches ich erst vor kurzem beendet habe. Eigentlich mache ich mir nichts aus solchen Preisen und Auszeichnungen, da ich die Gründe zur Wahl eines Buches manchmal nicht einmal nachvollziehen kann. Hier habe ich aber ein ganz gutes Gefühl und ich hoffe, dass sich noch weitere Bücher in meine Leseliste einreihen werden.

Habt ihr eine bestimmte Leseliste, die ihr ab und zu versucht abzuarbeiten? Interessiert euch die Pulitzer Preis Liste? Oder ignoriert ihr solche Listen gekonnt?



Auf Null von Catharina Junk

August 26, 2016




(Original: "-"/ 2016) Übersetzer/in: - , 400 Seiten, gebunden (Abbildung entspricht nicht der Endfassung),  Einzelband, ★★★★(☆) 4 bis 5 Sterne
Bibliografie auf der Verlagsseite (Kindler Verlag)»
"‘Vielleicht ja, vielleicht nein. Lasst euch überraschen.‘
Gesund – aber nicht geheilt. Das ist Ninas Diagnose nach überstandener Leukämie. Für die Zwanzigjährige klingt das wie: Freu dich bloß nicht zu früh. Ohnehin hat die Krankheit alles verändert. Mit ihrer besten Freundin Bahar ist sie zerstritten, ihr Bruder ist streng gläubig geworden, und Nina würde eher einem Hütchenspieler vertrauen als ihrem eigenen Körper. Dann lernt Nina Erik kennen und ist schneller in ihn verliebt, als ihre Angst vor einem Rückfall es erlaubt. Aber wie soll Liebe funktionieren, wenn einem der Mut zum Leben fehlt?“


MEINE MEINUNG | FAZIT

"Eine Weile lag ich einfach so da und sondierte meine Lage. Ich hatte den Körper voller Krebszellen, war leer gekotzt, mein Venenzugang war verstopft, und eine Chemo-Flasche baumelte in Warteposition über meinem Kopf. Positiv denken unter erschwerten Bedingungen.“
S.95

Mehrmals habe ich versucht einen passenden Anfang für diese Rezension zu finden. Fakt ist aber, dass es dafür wohl genauso wenig einen perfekten Einstieg gibt, wie die perfekte Umgehensweise mit der thematisierten Krankheit "Leukämie". Überraschenderweise finde ich, dass es Catharina Junke aber doch recht gut gelungen ist, das Thema aufzugreifen, ohne den Leser mit einem bedrückenden Gefühl zurückzulassen. Die Protagonistin "Nina" ist gerade einmal zwanzig Jahre jung und kämpft sozusagen gegen ihren Körper, der an Krebs erkrankt ist. Skizziert werden dabei zwei Wege. Ihre gegenwärtige Situation und ihre Vergangenheit, die überwiegend aus Krankenhausaufenthalten besteht. So springt der Leser immer wieder zwischen den beiden Zeitzonen, was der Geschichte aber den nötigen "Schwung" verleiht, soweit das bei dem Thema überhaupt noch nötig ist. Denn man wird sofort von der ganz einfachen, aber ehrlichen Erzählart der Protagonistin mitgerissen. Da es sich um eine junge Erzählerin handelt, sind ihre Ausdrucksweisen auch dementsprechend "angepasst", was der Authenzität allerdings zu Gute kommt. Durch die teilweise sarkastische und "freche" Art der Protagonistin entstehen viele lustige Passagen, womit ich anfangs gar nicht wirklich gerechnet hatte. Die Art und Weise wie Nina mit ihrem Schicksal umgeht, hilft auch dem Leser, sich dem Thema zu nähern, ohne sich ständig von Trauer dominieren zu lassen. Natürlich gibt es auch sehr herzerwärmende Stellen, die einen sehr berühren und die einem verdeutlichen, wie schwer eine solche Behandlung für die Betroffenen, wie auch die Angehörigen sein muss, jedoch hat man stets das Gefühl, dass es um die positiven Fortschritte gehen soll.

"Schweigend trinken wir und schauen den Goldfischen beim Hin- und Her-Schwimmen zu. Ein kleiner Fisch hat irgendwas am Auge. Sieht aus wie ein Geschwür, und es scheint ihn ein bisschen aus dem Gleichgewicht zu bringen. Er schwimmt in leichter Schieflage tapfer seine Runden.“ S. 84

Neben dem Fokus auf Ninas Situation, geht die Geschichte aber auch angemessen auf die Auswirkung auf die Familie und Freunde ein. Besonders die unterschiedlichen Verhaltensweisen und Anstrengungen der beiden Freundinnen der Protagonistin haben sich gut ergänzt und haben dafür gesorgt, dass man sich mit mehreren Blickwinkeln beschäftigt. Auch die Einbindung verschiedener Nebenfaktoren, wie religiöse Gesinungen und der Eifer, den alle um einen herum an den Tag legen, damit es einem besser geht, sorgen für interessante Wendungen und ebenfalls sympathische, wie auch kuriose Konversationen. Einige Elemente nehmen auch auf das Cover bezug, welche man sich aber selbst "erlesen" muss, damit sich ein roter Faden findet. Obwohl ich viele der Figuren ins Herz geschlossen habe, vor allem natürlich die Protagonistin, fand ich auch die Darstellung von "Knut" sehr sympathisch, auch wenn diese Figur mit anderen Problemen zu kämpfen hat. Insgesamt ist es einfach eine Geschichte, die grundsätzlich Mut spendet und durch viele kleine Details zu einer emotionalen Erzählung wird.  Das Buch war für mich am Ende einfach so vielseitig, je nachdem welchen Fokus man setzt, dass sicherlich jeder einen Bezug dazu finden kann.

"Ich denke an Sarahs chinesische Weisheit. Angst klopfte an. Vertrauen öffnete. Keiner war da.“ S.366
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Eine süße und sogar auch lustige Geschichte über ein Thema, welches normalerweise mit viel Trauer assoziiert wird. Kennzeichnet sich durch eine junge Protagonistin und eine ebenso junge Wortwahl aus, schließt aber keineswegs schöne und wertvolle Passagen in Hinsicht auf ihre hohe Bedeutung aus. Emotional, motivierend und sehr vielseitig. Auch die Auswirkungen auf Familien und Freunde werden gut eingefangen.




Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

Fragen und Antworten: Blogger gefragt #2

August 25, 2016






Heute geht die Blogger-Befragung in eine zweite Runde. Dabei soll es diesmal um Buchtipps gehen, die sich auf ein ganz spezielles Kriterium beziehen.

Die Teilnehmer:
2. und 3.  Maike und Mareike "von "Herzpotenzial"
4. Vanessa von "Vanessasbücherecke"
5. Petzi von "Die Liebe zu den Büchern"

Die Frage und die Antworten:
(Unterstrichene Passagen wurden von mir vermerkt, da ich sie gerne hervorheben wollte)

Welches aktuelle (sprich zeitgenössiche) Buch würdest du gerne in ferner Zukunft als "den neuen Klassiker" miterleben?

Mara: Ich hätte gern Ferdinand von Schirachs neues Drama 'Terror' als moderner Klassiker. Es passt perfekt in unsere Zeit, ist ein Buch, das polarisiert, keinesfalls leicht ist und zudem in einer absolut neuen Form die Leserschaft in das Buch einbezieht, wie es zuvor selten gemacht wurde. Dadurch entsteht eine Diskussion und auf jeden Fall völlig neue, andere Art der Reflexion. Sein Schreibstil ist nüchtern und ehrlich, und solchen bin ich in letzter Zeit verfallen. Ich denke, dass 'Terror' ein wichtiges Buch ist und auch so behandelt werden soll.

Maike: Gute Frage. Ich glaube, dass die Bücher von John Green das Potenzial haben, für Jugendliche ein neues "Der Fänger im Roggen" zu werden, da sie den Prozess des Erwachsenwerdens in einem neuen und aktuellen Licht mit all seinen schönen und traurigen Seiten erfassen. Ich persönlich würde mich freuen, wenn "Eine wie Alaska" diesen Status erreichen würde.

Mareike: Ich gehe davon aus, dass Marina Keegan „Das Gegenteil von Einsamkeit“ ein Klassiker wird. Dieses Buch ist modern und zugleich zeitlos, stark und bewegend, überraschend und doch in jedem Satz treffend. 

Vanessa: Das wäre die Madd-Adam-Reihe von Margaret Atwood. Diese großartige Schriftstellerin wirft in dieser Trilogie einen kritischen Blick auf unsere Gesellschaft und aktuelle Entwicklungen, und hat daraus ein spannendes, beklemmendes und zum nachdenken anregendes postapokalyptisches Geschehen entworfen, über dass ich heute noch öfters nachdenke und das mich beschäftig. Und obwohl der erste Band "Oryx und Crake" bereits 2003 erschien, sind die Themen immer noch aktuell. Und ich habe festgestellt, dass diese Bücher sich auch in so mancher Diskussion sehr gut eignen, um darauf Bezug zu nehmen. Deshalb würde es mich sehr freuen, wenn aus diesen neue Klassiker werden würden. 

Petzi / Alternativfrage: Die Kochnische
Da deine Lektüre sich eher auf Kochbücher beschränkt: Welches Kochbuch ist für dich so gut ausgearbeitet und vielfältig, dass es tatsächlich bei jedem Zuhause stehen könnte? Welches Kochbuch könnte der Klassiker unter den Kochbüchern werden, von dem jeder etwas hat?

Der Markt ist mittlerweile überschwemmt von tausenden Kochbüchern und jedes halbe Jahr kommen zahlreiche neue, tolle und außergewöhnliche Exemplare dazu. Sich da auf nur eines festzulegen, ist äußerst schwierig. Ich kann schlecht entscheiden, ob es wirklich jemals etwas wie den Klassiker im Kochbuchbereich geben wird (wobei da vielleicht das altmodische Dr. Oetker Schulkochbuch dazuzählt), aber ich kann einfach mal fünf tolle Bücher nennen, die es sich zu besitzen lohnt und die ganz tolle und außergewöhnlich leckere Rezepte beinhalten.

Krautkopf von Susann Probst und Yannic Schon
Ein vegetarisches Kochbuch, das mich auf ganzer Linie überzeugt hat. Aber auch Nicht-Vegetarier werden damit ihre Freude haben, denn viele Rezepte kann man ganz easy neu interpretieren. Das Blumenkohl-Risotto und der Bratkartoffelsalat sind ein wahres Gedicht.

Schärensommer von Viveca Sten
Die Schären assoziiere ich mit purer Erholung, Urlaub und unglaublich leckerem Fisch. Dieses Buch beinhaltet ganz viele leckere Rezepte und der mediterrane Dosch ist eine echte Versuchung.

Gemüse kann auch anders von Bettina Matthaei
Dieses Buch ist mein All-Time-Favorite für unglaublich leckere vegetarische Gemüsegerichte. Für fast alle Gemüsesorten findet man hier passende Rezepte, die zum Genießen einladen. Die Sellerie-Kokos-Suppe ist ein kleiner Geheimtipp, aber auch sonst gibt es in diesem Buch viel zu entdecken.

Greenbox von Tim Mälzer
Tim Mälzer ist für mich einer der Köche, denen ich im Fernsehen am liebsten zu schaue und die mir den meisten Spaß bereiten. Greenbox steht ganz zentral in meiner Küche und wird immer wieder zur Hand genommen. Ob das Ragu Especial, Kartoffelgratin oder Weiberpasta – ich liebe dieses Buch.

Käts Lunchbox von Katerina Dimitriadis
Schnelle Pasta, leckere Salate, tolle Suppen und Eintöpfe – das alles und noch viel mehr findet man in diesem Buch. Alles zum einfachen vorbereiten, damit die Pause nie wieder langweilig wird. Auch für Singles ideal, weil alle Gerichte für eine Portion konzipiert sind und wenn man doch mal für mehrere kocht, dann ist das auch kein Problem. Ebenfalls ein Lieblingsbuch im Regal.
 
Tolle Antworten, die mich sehr dazu anspornen, die genannten Bücher noch zu lesen! Ich hoffe natürlich, dass die Bücher es tatsächlich schaffen, als Klassiker durchzustarten. "Terror" habe ich persönlich schon gelesen und finde Maras Wahl gut nachvollziehbar. Danke für eure wunderbaren Tipps und die Teilnahme!

Welche Bücher haben für euch ein Klassiker-Potenzial? 


 

Gedankenschnappschuss: Ordnung

August 16, 2016


"Die Basis einer gesunden Ordnung ist ein großer Papierkorb." - Kurt Tucholsky

So langsam kommen einige schöne Sommertage zum Vorschein und gleichzeitig steigt bei mir erneut der Drang ein wenig aufzuräumen; Dinge ausmisten, die man nicht wirklich benutzt, die einem nur den Platz wegnehmen, oder die eigentlich keinen großen Sinn ergeben. Das gleiche gilt für meinen Blog. Viele Kategorien hängen irgendwo in der Schwebe und ich merke, dass ich mich ihnen wohl auch nicht mehr nähern werde. Zumindest habe ich das Gefühl, dass man nicht alles in Unmengen von Schubladen stecken muss. Also wird kurzerhand ein wenig Ordnung reingebracht, indem ich mich nach und nach von vergessenen Kategorien trenne. Vielleicht ergeben sich neue Ideen, vielleicht habe ich am Ende aber einfach nur das schöne Gefühl, nicht mit Dingen vollgestopft zu sein, die mich nur zurückhalten und die mir den Blick für das versperren, was mich deutlich mehr interessiert. Aber das wichtigste ist, dass die Begeisterung für die Literatur stetig weiter wächst.